100 Jahre Technisches Museum
"Warum soll es nur vor Fußballweltmeisterschaften einen Countdown geben?", fragten sich Direktorin Gabriele Zuna-Kratky und ihr Team anlässlich des bevorstehenden 100. Geburtstags des Technischen Museum Wien (TMW).

Foto © APA
100 Tage lang bereitet das Haus nun
also mit einem umfangreichen Programm zwischen Jubiläumsausstellung,
Buchpublikation, Konzerten, Kabarett und Hintergrundführungen auf den
großen Jahrestag am 20. Juni vor. "Unsere Besucher sollen ein altes,
aber zeitgemäßes Technisches Museum wiederfinden", kündigte
Zuna-Kratky an.
Künstler. Neun Künstler hat man zur Teilnahme an der Geburtstagsausstellung
mit dem Titel "Quergeblickt" eingeladen, die vom kommenden Freitag
(13. März) bis zum 21. Juni zu sehen ist. Über die Etagen und
Themenbereiche des Hauses verteilt sind ihre Auseinandersetzungen mit
dem Museum und seinen Objekten zu sehen. Da sind skurrile Gegenstände
wie das "racing iron" - das "Renn-Bügeleisen" - die zwar ausgestellt
sind, deren historische Realität vom Besucher aber erst erraten
werden muss. Da ist die Sammlung von alten Elektrogeräten, zu der in
den kommenden Wochen jeder beitragen soll, und aus denen dann zum
Festakt im Juni eine neue Skulptur entsteht.
Jubiläumsband. Gleichzeitig versucht die Ausstellung ebenso wie der gerade im
Ueberreuter Verlag erschienene Jubiläumsband einen Einblick in die
Geschichte des Hauses zu geben. Anekdoten, wie über der Besuch einer
US-Delegation im Jahr 1925, die sich Ideen für ein technisches Museum
in den USA holen wollte, und mit deren Spende man die erste
Tonfilmanlage für den Festsaal finanzierte, oder die Arbeitsjahre
eines jungen Gebrauchsgrafikers namens Hermann Nitsch, der mit seinen
außerdienstlichen Malaktivitäten unangenehm aufzufallen begann,
werden hier ebenso erzählt wie von den Geschehnissen während der
NS-Zeit und den Ergebnissen der Provenienzforschung.
Ausstellungen. Stationen der Jubiläumsausstellung widmen sich außerdem 240
Sonderausstellungen - dabei allein zehn zur Raumfahrt - oder dem Weg,
den ein Objekt gehen muss, um als Museumsstück im TMW aufgenommen zu
werden. "Es soll aber auch Ausblicke geben", so Sammlungsleiter
Helmut Lackner. "Vor allem die Herausforderungen durch die
Digitalisierung werden thematisiert. Heute sammeln und erhalten wir
nicht mehr vorrangig Geräte, wir sammeln Handys, Festplatten und
Software." Für Besucher, die in den kommenden 100 Tagen mehr über die
Tätigkeiten des Museums erfahren wollen, werden Hintergrundführungen
in die Werkstätten, Workshops mit den Restauratoren sowie die
Online-Ausgabe der Ausstellung mit dem Titel "Quergeklickt"
angeboten.
Geburtstag. Bis zum 17. Juni, wenn das "Open Museum" bis zum eigentlichen
Geburtstag (20.6.) für 100 Stunden ohne Unterbrechung seine Pforten
öffnet, geleitet im TMW ein umfangreiches Rahmenprogramm. Schon am
kommenden Freitag, den 13., bringen die "Science Busters" ihr
Weltuntergangs-Kabarett ins Haus, am Samstag (14.) folgt ein Konzert
mit 100 Minuten Musik auf Instrumenten und Klangmaschinen aus der
Sammlung. In weiterer Folge machen Diskussionsrunden zu
Energieeffizienz und Museumspolitik, "Geschmackslabore" und
"Kochwerkstatt" den Countdown zum Hunderter schon selbst zur
eigentlichen Feier.
Features
Fakten
100 Tage Jubiläums-















