Birgit Minichmayr: Ein Portrait
Birgit Minichmayr ist die derzeit meistgelobte Schauspielerin des Landes: Sie feiert Triumphe an der Burg, im Kino - und kommt zur Diagonale.

Foto © APABirgit Minichmayr bei der Berlinale
Von Bruno Kreisky ist das Zitat überliefert: "Sie ahnen nicht, wie viel Lob ich ertragen kann". Birgit Minichmayr lebt offenbar auch nach dieser Devise: Silberner Bär in Berlin als Beste Schauspielerin, furiose Kritiken für den Titelpart in Karl Schönherrs "Der Weibsteufel", einhelliger Beifall für ihre Rolle im Kinofilm "Der Knochenmann". Und dass die Vielgelobte übernächste Woche zur Eröffnung der Diagonale in Graz anreisen wird, hat auch damit zu tun - Details sind noch geheim.
"Ach", sagt sie, "es ist eine schöne Anerkennung meiner Arbeit". - Schlag nach bei Kreisky.
Großes Interesse.
Indes: Der Aufmerksamkeits-Tsunami, den die Filmschauspielerin Birgit M. gegenüber der Bühnenkünstlerin Birgit M. auslöst, versetzt die 31-Jährige dann doch in Verwunderung: "Es ist erstaunlich, welch großes Interesse es jetzt an meiner Person gibt". Aber sie genieße es durchaus, sagt sie, zumal ihr diese Beachtung bei den "weniger kommerziellen Projekten, die ich ja auch mache, helfen wird".
Eitelkeit.
Birgit Minichmayr zählt zur raren Sorte von Menschen, die emotionale Entfesselung riskieren und gleichzeitig sehr pragmatisch bleiben. Ihr großer Lehrmeister, den zu loben sie nicht müde wird, war Klaus Maria Brandauer. Ein Mann, dessen Können ebenso notorisch ist wie seine Egozentrik. Hat sie nie darunter gelitten? "Nein", sagt sie, "weil das bei ihm nie verdeckt ist. Seine Eitelkeit ist da, nicht verhüllt, er ist keiner, der von hinten herum kommt und mit Umständen, die einfach da sind, kann ich sehr gut umgehen". Er habe sie sehr gefordert, das mag sie.
Geschmackssache.
Brandauer, aber auch Burg-Herr Klaus Bachler haben Birgit Minichmayr mehrfach die bedeutendste Schauspielerin ihrer Generation genannt. Doch auch ihre eigene Leistung sieht sie in einem eher klaren Licht: "Meine Energie muss ja nicht jeder mögen, ich bin eine Geschmackssache".














