Linz09 beginnt zu zaubern
Das Stadtmuseum Nordico zeigt die Ausstellung "Zauberkünste. In Linz und der Welt".
Kuratiert wurde sie von der an
der Universität für angewandte Kunst lehrenden
Kulturwissenschaftlerin Brigitte Felderer. Das Projekt ist in einer
Pressekonferenz am Mittwoch in Linz von ihr, Nordico-Direktor
Willibald Katzinger, Vizebürgermeister Erich Watzl (V) und
Linz09-Intendant Martin Heller vorgestellt worden.
Ausstellung. Die Ausstellung soll eine bisher wenig beachtete Facette von Linz
zeigen, das meist nur im Zusammenhang mit Handel, Technik und
Wiederaufbau genannt wird. Dabei ist die oberösterreichische
Landeshauptstadt im 18., 19. und sogar 20. Jahrhundert gerne von
allerlei fahrendem Volk wie Zauberern, Falschspielern, Wunderheilern,
Wahrsagern, Entfesselungs- und Verwandlungskünstlern sowie
Bauchrednern besucht worden. Denn die Stadt bot gute
Auftrittsmöglichkeiten - beispielsweise bei den Jahrmärkten, die so
etwas wie Messen im heutigen Sinn darstellten, oder im "Kolosseum" am
Hessenplatz, das dort stand, wo sich heute die Wirtschaftskammer
Oberösterreich befindet - und einen großen Zulauf aus allen
Bevölkerungsschichten.
Künstler. Zudem gab es etliche heimische oder zugewanderte Künstler, die
Meister ihres Faches waren. Unter anderem der Chinese Long Tack Sam,
der 1908 erstmals in Linz mit dem Trick auftrat, scheinbar aus dem
Nichts ein Glas mit lebenden Goldfischen auftauchen zu lassen. Er
lernte hier seine Ehefrau kennen. Die beiden traten in der ganzen
Welt auf, verbrachten aber die Zeit zwischen den Tourneen in der
"Villa Long" Linz. Der Zauberstar starb 1961 in Linz. Von einem
Auftritt des aus Bad Hall stammenden Fakirs "Rayo" im Jahr 1971 am
Linzer Hauptplatz wird berichtet, dass dabei sechs Menschen in
Ohnmacht fielen. Seit 1945 besteht in Linz die "Magische
Vereinigung".
Zauberkunst. Die Ausstellung im Nordico stellt die Zauberkunst als eine
populäre, aber intelligente Unterhaltung dar, die die Aufmerksamkeit
ihrer Zuschauer steigert um dann mit einem Trick zuzuschlagen. Die
Exponate lassen hinter diverse Zaubertricks blicken. Die Schau
befasst sich mit dem Teufelsglauben, Hexerei und Magie - so soll
einst eine später hingerichtete Räuberbande in Vorchdorf das Wetter
"verzaubert" haben. Die Schau macht darauf aufmerksam, dass auch der
Film einmal als Zaubertrick begann.
Begleitprogramm. Ergänzt wird die von kommenden Freitag bis 26. April dauernde
Ausstellung durch ein umfangreiches Begleitprogramm. So wird dreimal
pro Woche im Museum gezaubert. Unter anderem ist ein Auftritt von
Magic Christian geplant - er ist ein gebürtiger Oberösterreicher.















