Darf man in der Krise feiern?
Am 19. Februar findet der Opernball statt. Früher war er für viele Granden aus der Wirtschaft ein Muss, heuer hält die Krise viele davon ab, beim "Alles Walzer" live dabei zu sein.

Foto © APA
Feste zu feiern, der Krise zum Trotz, wäre in Wahrheit nicht verwerflich. So sieht's zumindest Thomas Schäfer-Elmayer, früher für die Eröffnung des Opernballs zuständig, heuer von Ball-Chefin Desiree Treichl-Stürgkh als Vortänzer jedoch ausgebootet.
Kein gutes Bild. Zahlreiche Granden aus der heimischen Wirtschaft sehen das freilich nicht ganz so und bleiben am 19. Februar, wenn die Staatsoper tanzt, der Staatsoper fern. Wen wundert's, kosten die Logen immerhin bis zu 17.000 Euro, und da machte es tatsächlich kein wirklich gutes Bild, grinste der Chef Champagner schlürfend aus einer solchen, während die Angestellten zu Hause vor dem Fernseher um ihre Jobs zittern müssen. Boris Nemsic beispielsweise, Vorstand der Telekom, möchte mit seiner diesjährigen Absage "ein Zeichen setzen". Ähnlich auch das Argument von Wüstenrot-Chefin Susanne Riess-Passer, während Raiffeisen-General Christian Konrad sein Fehlen launig begründet. Er hätte, sagt er, so viel abgenommen, dass ihm nun der Frack zu groß wäre.
Kritik an Nachfolgern
Viele Absagen.
Das war's aber noch lange nicht in Sachen Absagen. ORF-Generalintendant Alexander Wrabetz kommt nicht, Post-Chef Anton Wais, Volksbank-General Franz Pinkl, Uniqa-Vorstandschef Konstantin Klien,, Voest-Generaldirektor Wolfgang Eder oder Markus Lieb, Chef der BrauUnion, auch nicht. Letzterer geht dafür auf den Kaffeesiederball, der wäre für seine Branche wichtiger.
Kein Grund zur Panik.
Nach außen hin recht gelassen reagiert man im Organisationsbüro. Desiree Treichl-Stürgkh betonte zuletzt wiederholt, dass die Logen trotzdem ausverkauft wären. Es wäre zwar "keine sehr einfache Situation", aber Grund zur Panik gäbe es auch nicht.
Die Absagen der Bosse bedeuten übrigens nichts zwangsläufig die Rückgaben der Logen. Nur sitzen eben andere als die Chefs drinnen. "Wer, das weiß ich aber nicht", so die Herrin über das bunte Treiben. Ob ihr Ehemann, Erste-Chef Andreas Treichl, den Ball wie kolportiert ebenfalls "schwänzen" wird, ist noch offen. "Ich weiß noch nicht ob ich gehe", lässt er ausrichten. Und wenn er ginge, dann ginge er nur privat und als Begleitung seiner Frau.
Keine Absage.
Eine Absage des Balles stand übrigens nie zur Diskussion. Treichl-Stürgkh: "Damit wäre wirtschaftlich niemandem geholfen. Im Gegenteil: Friseure, Gastronomie, Kleiderbranche und viele andere, die für den Ball arbeiten, hätten dadurch große Umsatzeinbußen."
Seitens der Politiker verhält sich die Sache ähnlich wie bei den Kapazundern aus der Wirtschaft - einige sagen Nein zum Ball 2009. So etwa die Justizministerin, Claudia Bandion-Ortner, Sozialminister Rudolf Hundstorfer oder Innenministerin Maria Fekter.















