Gruselautor Edgar Allan Poe vor 200 Jahren geboren
Edgar Allan Poe hat zu Lebzeiten nur mit einem einzigen Werk kommerziell Erfolg gehabt. Es hieß "Erste Anleitung für den Muschelforscher" und war ein Schulbuch. Doch auch wenn dem Autor während seines kurzen Lebens die ersehnte Anerkennung versagt blieb, zählt er bis heute zu den wichtigsten Schriftstellern Amerikas. Am heutigen Montag jährt sich der Geburtstag von Edgar Allan Poe zum 200. Mal.
Die Fülle von Büchern, die aus diesem Anlass auf Deutsch erscheinen oder neu aufgelegt werden, zeugen von dem Ansehen, das der tief unglückliche und alkoholkranke Autor bei uns nach wie vor genießt. Seine messerscharf sezierenden Detektivgeschichten von "Der Doppelmord in der Rue Morgue" bis zu "Der entwendete Brief" gehören zu den meistgelesenen Krimis der Welt. Geniale Spukgeschichten wie "Der Untergang des Hauses Usher", "Die Grube und das Pendel", "Die Maske des roten Todes" oder "Der Goldkäfer" haben Generationen von jungen und alten Lesern das Gruseln gelehrt.
In seiner Heimat USA zählt Poe inzwischen zwar auch zu den angesehenen Klassikern, eine echte Herzensliebe jedoch ist es nicht. Zu seinen Lebzeiten hatte sich der als Literaturkritiker für seine scharfen Urteile gefürchtete Poe mit vielen Größen des Kulturbetriebs überworfen, er galt - nicht zu Unrecht - als Trunkenbold, Macho und Rassist.
Bis heute üben Poes Geschichten eine unwiderstehliche Faszination aus. Obwohl oft grotesk überdreht und gelegentlich noch nicht einmal in sich stimmig, ziehen sie den Leser unweigerlich in Bann. Es geht um sprechende Raben und mordende Affen, um lebendig Begrabene und die Geister von Toten, um Okkultes und Satanisches, Tod und Verfall - immer mit nüchterner schriftstellerischer Präzision erzählt. Poe lotet Abgründe des menschlichen Unterbewusstseins aus, wie es so kein Autor vor ihm gewagt hat.















