Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
09. Februar 2012 17:37 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren 319680 Mitglieder | 569 online
spleen*graz: "Kinder sollen lernen, dass Theater toll ist" Linz setzt Belohnung für verschwundene Bilder aus Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Kultur & Medien Nächster Artikel spleen*graz: "Kinder sollen lernen, dass Theater toll ist" Linz setzt Belohnung für verschwundene Bilder aus
Zuletzt aktualisiert: 07.01.2009 um 20:19 UhrKommentare

Der Hausherr in Manhattan

Andreas Stadler hat sein erstes Jahr als Leiter des Austrian Cultural Forum in New York hinter sich. Ein Gespräch über Risken, Kunst und 11/4.

Andreas Stadler ist seit Herbst 2007 der Leiter des ACF in Manhattan/New York.

Foto © APAAndreas Stadler ist seit Herbst 2007 der Leiter des ACF in Manhattan/New York.

Herr Doktor Stadler, Sie leiten seit etwas mehr als einem Jahr das Austrian Cultural Forum in New York. Was haben Sie in dieser Zeit dazugelernt?

ANDREAS STADLER: Dass mehr möglich ist, als man glaubt.

Zum Beispiel?

STADLER: Meine erste große Ausstellung, die sich mit dem Thema Todesstrafe befasste und für die wir 25 österreichische und internationale Künstler eingeladen hatten. Alle hatten mir davon abgeraten und einen Misserfolg prophezeit. Tatsächlich widmete die New York Times der Schau eine halbe Seite und sie kam zudem in die Listings aller wichtigen Terminkalender in den New Yorker Medien.

Bei mehreren Besuchen im Haus gewannen wir den Eindruck, das Publikum bestehe hauptsächlich aus Exil-Österreichern. Kommen die New Yorker auch vorbei?

STADLER: Erstens sind mir die Exil-Österreicher beziehungsweise deren Nachkommen sehr wichtig, ich suche den Kontakt sogar. Zweitens besteht unsere hiesige Zielgruppe aus Kuratoren, Künstlern und Multiplikatoren, und die kommen sehr wohl.

Wird das ACF von der amerikanischen Presse in der Regel wahrgenommen?

STADLER: Bis jetzt sind alle Ausstellungen, aber auch ein paar andere Veranstaltungen in den großen Blättern rezensiert worden. Aber wir sind auch in ganz lokalen, zum Beispiel in spanischsprachigen Zeitungen sehr präsent und auch in vielen Blogs. Zudem sind wir seit heuer regelmäßig im Listing von Time Out, dem wichtigsten Veranstaltungsführer. Ich würde behaupten, dass wir von allen ausländischen Kulturinstituten hier die stärkste Medienpräsenz haben.

Welche österreichischen Künstler jenseits der Wiener Aktionisten haben in den USA überhaupt einen gewissen Bekanntheitsgrad?

STADLER: Elfriede Jelinek, Erwin Wurm, Ulrich Seidl, Michael Haneke, Friedrich Cerha, Georg Friedrich Haas, Bernhard Lang, Daniel Kehlmann . . .

Soviel zu den Erfolgen. Wo liegen denn Ihrer Meinung nach die Probleme österreichischer Kunstvermittlung in den USA?

STADLER: Erstens wird das Thema "Vermittlung" in Österreich noch zu wenig ernst genommen, da kann man von Amerika viel lernen . . .

. . . sagt die neue Direktorin des Kunsthistorischen übrigens auch.

STADLER: In den USA haben Opernhäuser, Museen et cetera, extrem gut ausgearbeitete Vermittlungsprogramme, vor allem auch für den Nachwuchs. Schlechter sieht es hier allerdings in den Schulen aus, da können wir Österreicher froh sein, Musik- und Kunstunterricht als elementare Bestandteile der schulischen Ausbildung zu haben. Ich hoffe übrigens, dass hier geplante Kürzungen zurückgenommen werden. Was das Kulturforum betrifft, würde ich mir wünschen, dass die diversen Ministerien - also beispielsweise auch das Wirtschaftsressort, aber auch andere Institutionen - unsere Möglichkeiten stärker nutzen würden.

In zwei Wochen wird Barack Obama zum neuen Präsidenten der USA ernannt. Wie erleben Sie bisher den viel beschworenen Change?

STADLER: Atmosphärisch ist ein starker Wandel spürbar: Weg vom puren Neoliberalismus, weg vom Neokonservatismus, weg von der Vergötzung des Privatisierens hin zu einem verantwortungsbewussten, demokratischen Gemeinschaftsgefühl und zu einer neuen Rechtsstaatlichkeit in den internationalen Beziehungen. Ich denke, nach der Datums-Ikone 9/11 wird es bald eine 11/4 geben, die an den Tag erinnert, an dem Barack Obama diese Wahl gewonnen hat. Natürlich hat er nicht nur Anhänger, aber viele Leute hier haben es einfach satt, auf der ganzen Welt als die Bösen zu gelten.

INTERVIEW: FRIDO HÜTTER

Zur Persom

Andreas Stadler, geboren am 6. Mai 1965 in Mürzzuschlag.

Studium der Politikwissenschaften, Soziologie, Völkerrecht etc.

Vize-Botschafter in Zagreb.

Leiter des österreichischen Kulturinstitutes in Warschau von 1999 bis 2004.

Berater des Bundespräsidenten für Kunst, Wissenschaft und Kultur ab 2004.

Seit Herbst 2007 Leiter des ACF in Manhattan/New York.

Events & Tickets

Die besten Events in Kärnten und der Steiermark. Plus: Tickets für alle Veranstaltungen in ganz Österreich online bestellen.

KLEINE.tv

Simpsons-Marathon: Wer hält durch

California. Gelb und riesige Glubsch-Augen. Richtig. Die Simpsons. Und d...Noch nicht bewertet

 


Mixtape 2011

0pidanus/Fotolia.com

Und da soll noch einer sagen, in der Musik herrsche sowieso nur Stillstand. Die herrscht im Kopf - 2011 war vielleicht kein sensationelles, aber zumindest ein gutes Jahr für Musik: Zeit nehmen, zurücklehnen, genießen, herumspringen - und aufdrehen. Hören Sie an dieser Stelle rein in die subjektiven Jahresbesten von ...

Kultur-Fotoserien

Rebekka Bakken in Graz 

Rebekka Bakken in Graz

 

REGIONALE12

Bild: Nikola Milatovic

Das Kulturfestival REGIONALE12 findet vom 22. Juni bis 22. Juli 2012 im Bezirk Murau statt.

Kino-Fotoserien

Filmszenen Scorseses von "Hugo" 

Filmszenen Scorseses von "Hugo"

Bibliothekenführer

APA


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang