Schriftsteller Gert Jonke gestorben
Einer der wichtigsten Autoren der österreichischen Gegenwartsliteratur ist tot. Gert Jonke erlag im Alter von 62 Jahren einer Krebserkrankung.

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Gert Jonke, einer der wichtigsten Autoren der
österreichischen Gegenwartsliteratur, ist tot. Der gebürtige Kärntner
starb heute, Sonntag, im Alter von 62 Jahren in einem Wiener
Krankenhaus an einer schweren Krebserkrankung. Sein früher Tod löste
Bestürzung unter seinen Kollegen aus. Literaturnobelpreisträgerin
Elfriede Jelinek würdigte gegenüber der Austria Presse Agentur Jonkes "raffiniertes und genaues Denken", Robert Schindel beklagte den "Verlust eines großen Dichters". Friederike Mayröcker schrieb dem Autor letzte, persönliche Zeilen: "Da ist mein Schmerz, er widersetzt sich: es darf nicht sein es soll nicht Wahrheit sein."
Betroffenheit.
"Mit tiefer Trauer" hatte der Verlag Jung und Jung am Vormittag
den Tod Jonkes bekanntgegeben. Als den "letzten, richtigen Dichter"
bezeichnete Wolfgang Zinggl, Kultursprecher der Grünen, den
"skurillen, lustigen, hoch gebildeten" Schriftsteller Jonke, der auch
"ein herzensguter, fast schüchterner, ein durch und durch
liebenswerter Mensch" gewesen sei. ÖVP-Kultursprecherin Silvia
Fuhrmann und SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen zeigten sich
ebenfalls "tief betroffen".
Nestroy-Preis.
Gert Jonke wurde im Lauf seiner Schriftstellerkarriere vielfach
ausgezeichnet. 1977 war er der erste Preisträger des Ingeborg
Bachmann-Preises, 1997 erhielt er den Erich-Fried-Preis und den
Franz-Kafka-Literaturpreis, 2002 folgte der Große Österreichische
Staatspreis für Literatur und 2005 der Kleist-Preis, 2006 der "Arthur
Schnitzler"-Preis. Ende November 2008 erhielt Jonke zum dritten Mal
(nach den ebenfalls von Christiane Pohle inszenierten Auftragswerken
"Chorphantasie" im Jahr 2003 und "Die versunkene Kathedrale" 2005)
den "Nestroy"-Autorenpreis für das beste Stück für "Freier Fall".
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Durch den Tod des Autors Gert Jonke "verlieren wir alle einen Literaten von Weltformat und Mahner gegen die Banalisierung des Ausdrucks", sagte Kulturministerin Claudia Schmied.
Für Gert Jonke war Sprache mehr als die Poetik von Worten und bloßes Mittel zur Nachrichtenübermittlung. Für ihn erschlossen Worte Welten und standen für Ideen, die zum Nachdenken anregen sollten.















