Linz: Holz-Countdown fürs Kulturhauptstadtjahr
Mit einer "Digitaluhr", die aus Holz gebaut wird, ist Linz Mittwochnachmittag ins Kulturhauptstadtjahr 2009 gestartet. Während auf der an der Donaulände geschraubt und gebohrt wurde, zündeten etwas weiter stromabwärts Kritiker von Linz09 einen "Scheiterhaufen". Emsiges Treiben herrschte auch in der Innenstadt, wo mehr als 600 große und kleine Athleten am traditionellen Silvesterlauf teilnahmen.
"Das ist eine ganz eine lustige Sache." - der Salzburger Marco Liberda hatte schon länger vom Projekt "Standard Time" gewusst und entschloss sich spontan, einem Linzer Freund beim Bauen der Zeit zu helfen. Um Punkt 15.00 Uhr begannen die Freiwilligen mit Schutzhelmen auf dem Kopf in Teams die Uhr aus Holzbrettern aufzustellen. Auch Bürgermeister Franz Dobusch half bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt und strahlendem Sonnenschein mit. Standard Time ist ein Projekt des Deutschen Mark Formanek und wird von der Berliner Künstlergruppe "Datenstrudel" realisiert.
Auf dem Hauptplatz, wo der Silvesterlauf startete und endete, herrschte bereits am Nachmittag ausgelassene Stimmung. Zahlreiche Linzer waren auf den Beinen, aber auch viele Touristen machten sich ein erstes Bild von der künftigen Kulturhauptstadt. Ab 21.00 Uhr treten verschiedene Künstler auf mehreren Bühnen in der Altstadt auf, bis um Mitternacht mit einer "Raketensinfonie" das neue Jahr offiziell eingeläutet wird.
Donauabwärts versammelten sich die kritischen Stimmen zum Ereignis. Eine Gruppierung mit der Bezeichnung "Linz0nein" errichtete am Donauufer einen Scheiterhaufen und "entsorgte" auf diesem eigene Kunstwerke. Das Projekt soll ironisch und augenzwinkernd aufzeigen, dass auch Künstler ihre Werke nicht immer ernst nehmen, erläuterte Robert Hinterleitner für die Gruppierung. Am "Ereignis" Linz09 wird kritisiert, dass es einen Überhang an einmaligen Projekten gebe, obwohl immer von Nachhaltigkeit gesprochen werde.














