Hälfte der Pompeji-Ausgrabungen nicht zugänglich
Die Hälfte der weltbekannten Pompeji-Ausgrabungen sind Touristen nicht zugänglich. Sechs Monate nachdem die italienische Regierung einen Sonderkommissar ernannt hat, der das Missmanagement und den Vandalismus in den Griff bekommen soll, seien nur sehr wenige Schritte gesetzt worden, um das Gelände zu schützen, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Montag.
Ohne große Fortschritte werden seit Jahren Teile der antiken Stadt restauriert, viele Bauten seien verfallen. In den letzten sechs Monaten seien nur sechs der rund 1.500 Villen geöffnet worden. Touristen beklagen sich zudem immer wieder über den Zustand der Toiletten, über defekte Audio-Führer und fehlende Karten. Zudem seien in Pompeji überall streunende Hunde unterwegs. Im vergangenen Jahr hatten unbekannte Vandalen eine antike Säule umgestoßen, die in mehrere Teile zerbrach.
Seit Monaten tobt außerdem eine scharfe Polemik um die Sicherheit der Ausgrabungen. Es fehle an einem effizienten Überwachungssystems. Das archäologische Gelände und die meisten noch erhaltenen Villen sind nur von einfachen Zäunen geschützt, die wenig gegen Diebe bewirken können. In den letzten sechs Monaten seien nur zehn zusätzliche Wächter eingesetzt worden, um die Ausgrabungen zu kontrollieren.
Die Kunstdiebe drangen kürzlich unter anderem in das "Haus der Ceii" ein, eine kleine Villa aus dem Jahr 79 vor Christus, die vom Ausbruch des Vesuvs teilweise verschont worden war. Die Villa ist vor allem wegen ihrer Fresken mit Szenen von Gladiatorenkämpfen bekannt.
Pompeji steht seit 1997 auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Die antike Stadt im süditalienischen Kampanien, die am Golf von Neapel liegt, war 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs komplett von vulkanischer Asche und Bimsstein verschüttet worden. Die Reste Pompejis gehören zu den meistbesuchten Attraktionen Italiens.














