Jenseits aller Harmonie
Erika Napetschnig, interimistische Leiterin der Kulturabteilung, reagiert auf den Bericht der "Kleinen Zeitung" über Kärntens Kulturbaustellen.
Erika Napetschnig, interimistische Leiterin der Landeskulturabteilung, sieht in Kärnten keine Kulturbaustellen und reagierte damit - obwohl sonst für die Kleine Zeitung sehr schwer erreichbar - prompt auf eine diesbezügliche Nachfrage. Hier die wichtigsten drei Punkte:
Ad Museum Moderner Kunst Kärnten.Wie berichtet, hat dessen Chefin Andrea Madesta weder Personal- noch Budgethoheit. Napetschnig: "Die Personalhoheit obliegt den Personalreferenten auf politischer Ebene und der Landesamtsdirektion." Was das Budget betreffe: "Frau Madesta muss ein Projekt oder eine Ausstellung vorher kalkulieren und hat dann freie Hand über das Budget, das ihr genehmigt worden ist. Die Kritik daran ist ungerechtfertigt", so Napetschnig. Dem widerspricht Madesta: "Tatsächlich muss ich jede Rechnung von Erika Napetschnig abzeichnen lassen", erzählt sie. Was die Personalhoheit betreffe: "Erika Napetschnig ist mir vorgesetzt. Aber es kann nicht sein, dass ich zwei Mitarbeiter bekomme und darüber nicht informiert werde. Meine Mitarbeiter bekommen Anweisungen oder werden auf Projekte angesetzt, von denen ich nichts weiß. Ich habe also nicht einmal die Personalführung", beklagt Madesta.
Ad Wörtherseebühne, wo das Programm für 2009 noch immer nicht feststeht: Da spielt Napetschnig den Ball an die "Star Entertainment" und ihren Geschäftsführer Jaka Bizilj zurück, Napetschnig: "Das Programm wurde vorgelegt, aber die Kostenaufstellung hat noch Fragen aufgeworfen, auf deren Beantwortung wir warten." Welche Fragen das konkret sind, dazu wollte Napetschnig keine Auskunft geben.
Ad Nichtauszahlung versprochener Subventionen: Im konkreten Fall geht es um den Verein Radio Agora, der eine im Jahr 2006 vom damaligen Kulturreferenten Martin Strutz versprochene Subvention einklagte: "Unser Standpunkt ist, dass die Zusagen von Martin Strutz Absichtserklärungen waren. Aus einer solchen Verwendungszusage entsteht kein wie auch immer gearteter Rechtsanspruch", so Erika Napetschnig. Beim Verein Radio Agora sieht man das anders, schließlich hatte man auch nach Absetzung von Martin Strutz immer wieder nachgefragt, wurde vertröstet - und bekam die Absage erst zwei Monate nach dem Stattfinden der Veranstaltung. Wer hier im Recht ist, das werden demnächst die Gerichte klären.















