Le Clezio nahm Nobelpreis für Literatur in Empfang
Der Franzose ist laut Jury ein "Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase".

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Der Schriftsteller Jean-Marie Le Clézio (68)
hat am heutigen Mittwoch als 14. Franzose den Nobelpreis für
Literatur in Empfang genommen. Schwedens König Carl XVI. Gustaf
zeichnete den Autor von Romanen wie "Der Afrikaner", "Revolutionen"
und "Die Sintflut" am Mittwoch zusammen mit den wissenschaftlichen
Preisträgern im Stockholmer Konzerthaus aus. Die Schwedische Akademie
als Jury begründete ihre Entscheidung mit Le Clezios literarischer
Rolle als "Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der
sinnlichen Ekstase".
Rede. Le Clézio sagte in seiner Nobelvorlesung vor der feierlichen
Verleihung, er glaube nicht an die Möglichkeit, gesellschaftliche
Veränderungen durch Literatur zu erreichen. Diese sei aber als
"Bewahrerin der Sprache" nach wie vor für das Leben und das
kulturelle Überleben der Menschen unerlässlich.
Vorgänger. Vor Le Clézio hatte zuletzt Claude Simon 1985 als gebürtiger
Franzose den berühmtesten Literaturpreis der Welt erhalten. Der im
Jahr 2000 ausgezeichnete Gao Xingjian war aus China nach Frankreich
gekommen und hatte die dortige Staatsbürgerschaft angenommen, aber
weiter in seiner Muttersprache geschrieben. 1964 lehnte Jean-Paul
Sartre die Annahme ab. Er wird dennoch von der Schwedischen Akademie
als Preisträger geführt. Der erste Literaturnobelpreis überhaupt war
1901 mit Sully Prudhomme ebenfalls an einen Franzosen gegangen.
In den deutschsprachigen Raum ist der Literaturnobelpreis zuletzt
2004 gegangen, als die Österreicherin Elfriede Jelinek (62)
ausgezeichnet wurde. 1999 hatte Günter Grass (81) den Preis bekommen.














