OsterKlang 2009 rankt sich um Händel und Haydn
Neun Produktionen an sechs Spielstätten sind geplant, darunter Uraufführungen von Wolfgang Sauseng und Helmut Jasbar.
Wer sonst könnte 2009 im Zentrum des Wiener
OsterKlang-Festivals stehen als Joseph Haydn und Georg Friedrich
Händel? Von beiden wird im Frühjahr ein runder Todestag begangen,
beide komponierten Oster-Klassiker, beide gaben modernen und
zeitgenössischen Komponisten Anreize zur Weiterentwicklung. Mehr als
die Hälfte der neun Produktionen, die von 4. bis 13. April an sechs
Wiener Spielstätten dargebracht werden, ist auf einen oder gar beide
bezogen - mit neuen Werken von Wolfgang Sauseng und Helmut Jasbar
stehen aber auch zwei Uraufführungen auf dem Programm.
Eröffnung. Eröffnet wird die 13. Ausgabe des OsterKlang traditionellerweise
von den Wiener Philharmonikern, auch 2010 noch, wie der Intendant des
Theater an der Wien, Roland Geyer, heute, Freitag, bei einem
Pressegespräch erzählte. Danach wolle man sich "ein wenig neu
orientieren". Riccardo Muti dirigiert am 4. und 5. April im
Musikverein neben der Messa Solenne von Luigi Cherubini natürlich
Haydn. "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze" kehrt
dann am 7. April auch noch als Ausgangsbasis für eine Neukomposition
von Helmut Jasbar zurück. "Es ist Freitag und Gott ist nicht da"
heißt das Werk für Streichquintett, Sprecher und Videoinstallation,
das im Neuen Saal des Konzerthaus uraufgeführt wird.
Stars. Unter der Leitung von Jean-Christophe Spinosi, einem
"Shooting-Star aus Frankreich" (Geyer), feiert schon am 27. März
Händels "Messiah" Premiere - im Laufe des OsterKlang sind zwei
Reprisen angesetzt. Die Koproduktion mit der Opera de Nancy folgt dem
"fantastischen, heutigen Konzept" Claus Guths, der auch den Arnold
Schoenberg Chor "voll szenisch agieren lässt", wie Geyer erklärte,
und wird sowohl im österreichischen, wie im französischen Fernsehen
ausgestrahlt. Am 9. April trifft Händel in der Minoritenkirche mit
modernen Instrumentalwerken zusammen, am 8. April in der
Hofburgkapelle mit Haydn und "Stabat Mater" unter Martin Haselböck.
Programm. Im Semper Depot steht ab dem 4. April eine Produktion der Neuen
Oper Wien auf dem Programm: Harrison Birtwistles "The Last Supper"
versammelt alle zwölf Jünger und gibt damit Gelegenheit, "eine große
Palette von jungen, interessanten Sängern" vorzustellen, wie Geyer
ankündigte, Regie führt Philipp Harnoncourt. "Das nicht immer ernste
Spiel vom Sterben" ist das Thema der zweiten Uraufführung des
Festivals, die am Karfreitag (10. April) in der Minoritenkirche
stattfindet. In "Totentanz" haben Komponist Wolfgang Sauseng und
Autor Wolfgang Hermann eine "Vertonung von mittelalterlichen Fresken"
vorgenommen. Mittelalterlich bleibt es in der Minoritenkirche auch am
Ostermontag, wenn Jordi Savall und seine Frau, die Sporanistin
Montserrat Figueras, mit ihrem Ensemble Hesperion XXI Pilgergesänge
von der iberischen Halbinsel nach Wien bringt.















