Hart aber hässlich - "Slipknot" dröhnten in ausverkaufter Stadthalle
In der Wiener Stadthalle gab es ein Kleines Metal-Festival mit "Machine Head" und "Children of Bodom".

Foto © APADie maskierten Mettler rockten die Stadthalle.
Die Versöhnung ist gelungen. Als die US-Metaller
"Slipknot" im August ihren Auftritt beim burgenländischen Festival
"Two Days A Week" absagten, hatten sie einige verärgerte "Maggots" -
ihre Fans werden liebevoll als "Maden" bezeichnet - in Österreich
zurückgelassen. Freitagabend holten es die Maskenmänner in der
Stadthalle nach und das mit durchschlagendem Erfolg. Die Knüppelei
geriet zur zielgruppengerechten Psycho-Show, hinter der sich auch das
eine oder andere gute Stück Musik verbarg.
Prominente Vorgruppen
Beinahe ein Mini-Festival ist es geworden, denn die Thrasher
"Machine Head" und die schwedische Metal-Band "Children of Bodom"
dürfen wohl kaum als Vorbands gelten. Dementsprechend hatte sich die
Stadthalle bereits am frühen Abend mit "Maggots" und anderen
alkoholgetränkten Lebensformen gefüllt. Zuvor war man mehr als eine
Stunde lang bei eisiger Kälte für den Einlass angestanden, eine harte
Zeit nicht nur für Maden. Trotzdem wartete man geduldig auf die
Hauptakteure, die mit pedantischer Regelmäßigkeit ihre Masken
wechseln, wie andere ihre Unterwäsche.
Bühnenshow.
"All Hope is Gone" heißt das neue Album und so schlimm war es dann
auch wieder nicht. Sänger Corey Taylor gab sich auch alle Mühe, als
Anführer eines Rudels Verrückter durchzugehen. Allerlei Lichtspiele,
sich in der Luft drehende Percussion-Sets sowie viele bunte und auch
gute Musiker rührten leider den ganzen Abend lang im selben
dröhnenden Brei herum, was einen mit der Zeit doch abstumpfen ließ.
Der Großteil des Publikums sah es aber ohnehin als sportliche
Herausforderung und schüttelte in braver Regelmäßigkeit Mähne oder
auch Glatze, oder streckte ganz artig seine Faust in die Luft.
Hohes Niveau.
Auch wenn sich alte Hardcore-Knüppeleien mit neueren poppigeren
mischten, ohne Show wäre "Slipknot" wahrscheinlich eine unter vielen
Bands. Technisch agiert man jedenfalls auf höchstem Niveau: Tighte
Riffs, kompakte Soli - und leider ein miserabler Sound. Die Stimmung
in der Stadthalle: Ekstatisch, spätestens, als mit "Before I Forget"
einer der ersten "Hits" angespielt wurde und es mit "Duality" und
"People = Shit" sowie Songs aus dem neuen Album weitergehen sollte.
Das sollte bis zum Schluss so bleiben, bis viele glücklichen Maden
wieder in die Stadt wuseln durften.














