Erinnerungen an eine versunkene Welt
Im Klagenfurter Europahaus gibt es eine Lesung zu Asyl und Vertreibung.
"Zeitgeschichte, die informativ ist wie eine Dokumentation, spannend wie ein Krimi und leidenschaftlich wie ein Liebesroman", heißt es im Klappentext des Buches, das heute (18.30 Uhr) im Klagenfurter Europahaus vorgestellt wird. Es erzählt anhand von rund 400 Briefen, die der jüdische Arzt Lutz Popper vor 70 Jahren an seine Frau in Wien geschrieben hat, von den Nöten eines Asylsuchenden, der sich und seine Familie vor den Nazis zu retten versuchte und schließlich in Bolivien landete.
"Briefe aus einer versinkenden Welt".
Herausgegeben hat die "Briefe aus einer versinkenden Welt", so der Titel des in der Edition Lex Liszt erschienenen Werks, der pensionierte Oberwarter Urologe Lutz Elija Popper, der die berührenden Zeitdokumente erst nach dem Tod seines Vaters entdeckte. Das beim Studium der Briefe für ihn Beeindruckendste sei die tiefe Sehnsucht zweier Menschen nach einem Leben in Frieden gewesen. "Im Grunde ist dieses Buch hoch aktuell, weil es die Frage der Menschenrechte und der Asylproblematik auch heute noch gibt", meint Popper, der nach Jahren in Bolivien 1947 ins befreite Österreich zurückkehrte.
Lesung.
Die einstige Vertreibung seiner Familie ist Hauptthema der heutigen Lesung im Europahaus, zu der die Österreichisch-Israelische Gesellschaft einlädt. Der Novemberpogrome vor 70 Jahren gedenkt man auch im Klagenfurter Europagymnasium: Rabbino Margalit, Rabbiner der Kultusgemeinde Triest, spricht hier am Vormittag vor Schülern über die Geschichte der Triestiner Juden.














