Wecker-Musical in Wien: Kinder brauchen keine Verzauberung"
"Der kleine Lord" von Frances Hodgson Burnett gilt seit mehr als 100 Jahren als zeitloser Kinderbuchklassiker - das 2007 in München uraufgeführte Musical mit Musik von Konstantin Wecker kommt nun nach Österreich.

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Groß und Klein können sich die rührende Geschichte des kleinen Lords, der mit seiner Liebe und Unbekümmertheit das Herz seines verbitterten Großvaters erweicht, ab 4. Dezember in der Wiener Stadthalle erzählen lassen. Die Musik zur Romanvorlage komponierte Liedermacher Konstantin Wecker, der sich in den vergangenen Jahren für die Arbeit mit Kindern besonders begeistern konnte, wie er in einem Pressegespräch heute, Montag, in Wien erzählte.
"Besonders gefährlich". Der Münchner Komponist, der die Arbeit mit Kindern aufgrund ihres direkten, sehr ehrlichen Feedbacks zwar als "besonders gefährlich"
einschätzt, kann sich kaum etwas Schöneres vorstellen, als Kinder zu begeistern. Damit ihm und seinem Freund, dem Regisseur Christian Berg, das gelingt, konzentrieren sie sich vor allem auf das Theaterstück und verzichten dabei auf sämtliche Showeffekte. "Denn
Kinder haben noch Fantasie und brauchen keine große Verzauberung", zeigte sich Wecker überzeugt. Das Musical "Der kleine Lord", das für Kinder ab sechs Jahren geeignet ist, richtet sich aber auch an deren Eltern und bietet laut Berg "nicht nur einen besinnlichen Weihnachtsabend, sondern auch viel zum Lachen".
Tausendsassa. Bekannt wurde Konstantin Wecker vor allem durch seine Musik, seine
lebensnahen, tiefsinnigen Songtexte sowie durch seine Musicalproduktionen. Aber auch der Schauspielerei und der Literatur widmet sich das Münchner Allround-Talent bis heute. Zahlreiche Auszeichnungen wurden ihm seit Beginn seiner Karriere verliehen,
darunter der Deutsche Schallplattenpreis (1978), der Weltmusikpreis RUTH (2006) sowie der Erich Fromm-Preis (2007). Weiters wurde sein Buch "Die Kunst des Scheiterns" zum österreichischen "Buchliebling 08" gewählt. Neben seinen Erfolgen, sorgten vor allem Weckers
exzessiver Lebensstil, seine lange Drogensucht sowie seine Verhaftung 1995 für negative Schlagzeilen. Heute hat er den Drogen abgeschworen und widmet sich wieder neuen musikalischen Projekten.
Neues Album. So brachte der 61-Jährige diesen Sommer sein neues Album "Gut`n
Morgen Herr Fischer- eine bayrische Anmutung" heraus und startete Anfang Oktober mit seiner Band die Tournee "Was keiner wagt", die bis Anfang November noch in Deutschland zu sehen ist. Aber auch die Zusammenarbeit zwischen Autor Christian Berg, die schon seit zehn
Jahren besteht, wird weitergeführt. Vor "Der kleine Lord" gab es bereits mehrere Familienmusicals wie das "Dschungelbuch", "Pinocchio" oder "Jim Knopf". Derzeit läuft ihr achtes gemeinsames Musical "Peter Pan" und hat laut Berg "in Hamburg schon alle Rekorde gebrochen". "Peter Pan" soll auch nach Österreich kommen. Weiters plant das Duo
ein Konzert mit den schönsten Kinderliedern, die sich während der jahrelangen Zusammenarbeit angesammelt haben.
Einer der Vorteile der Arbeit für Kinder sei es, "dass es keinen großen Karriereknick gibt, da das Publikum immer nachwächst", meinte Berg - und Wecker ergänzte lachend: "Nicht so wie bei mir..."
Features
Fakten
Die Wiener Premiere des Musicals findet am 4.12. um 19 Uhr in der Wiener Stadthalle, Halle F statt.
















