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Zuletzt aktualisiert: 06.09.2008 um 21:47 UhrKommentare

Begegnung im Staub der Wüste

Am 12. September erscheint das neue, zehnte Album von Metallica. Rick Rubin, das Produzentengenie hinter den Beastie Boys, Johnny Cash u. v. a., hat mit dem US-Quartett ganze Arbeit geleistet.

Foto © APA

Der junge, "orientalisch" aussehende Mann wedelt mit Starthilfekabeln. Im klapprigen, die Wüstenstraße blockierenden PKW wartet eine verschleierte Frau. Hektik bei den amerikanischen Soldaten, welche in die andere Richtung wollen. Maschinenpistolen im Anschlag, heftiges Gestikulieren am Rande der Panik. Unmittelbar zuvor war man unter Beschuss geraten. Die Frau steigt aus, geht auf die Soldaten zu. Deren Anführer entschließt sich zur Entwarnung. Das Fahrzeug wird mit Hilfe der US-Army flott gemacht. Keine Bombe explodiert.

Wiedergeburt. "The Day That Never Comes" heißt ein Song des neuen Metallica-Albums "Death Magnetic". Regisseur Thomas Vinterberg ("Festen") hat die fast neunminütige, metallisch unterlegte Ballade wie beschrieben verfilmt. Der Däne wendet einen zeitlos privat interpretierbaren Text über Gewalt und Ohnmacht ins Aktuell-Politische. Sein Kurzkriegsfilm hat den perfekten Soundtrack, dessen Titel entlarvt das Happy End als frommen Wunsch.

Kriegerische Assoziationen. Kriegerische Assoziationen ruft das neue Album der amerikanischen Rocker auch bei der Kritik hervor. "Die musikalische Entsprechung zur russischen Invasion in Georgien" nennt Brian Hiatt im Magazin Rolling Stone "Death Magnetic": "Der plötzliche Aggressionsakt eines schlafenden Riesen." Das ist als Lob gemeint. Nach dem auf seine Art sehr ambitionierten "St. Anger", der 2003 erschienenen bislang letzten Platte (mit "nur" sechs Millionen verkauften Einheiten nach Band-Maßstäben ein Flop), sei eine Wiedergeburt gelungen.

Ingredienzien. Das zehnte Studioalbum von James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und (seit 2003) Robert Trujillo hat in der Tat alle Ingredienzien, die man von der 1981 gegründeten Combo erwartet. Mit ihrem Mix aus umittelbarer Wucht und musikalischer Intelligenz etablierte sich Metallica damals als auch von Feingeistern goutierte Schweißer-Truppe.

9 plus 1. Zehn Songs mit einer Durchschnittslänge von sieben Minuten zeigen Hetfield & Co. in bestechender Form. Von "That Was Just Your Life" bis "My Apocalypse" (mit zwei Minuten das pointierte Finale eines langen, aber selten langatmigen Werks) fügt sich "Death Magnetic" würdig ins uvre. Von "neun Epen und einem Song" spricht denn auch James Hetfield. Kollege Lars Ulrich sieht das im "Spiegel"-Gespräch etwas nüchterner: "Es sind zehn Rock'n'Roll-Songs und kein Heilmittel gegen Krebs."

WALTER TITZ

Fakten

1981 Gründung in L.A.; 100 Millionen verkaufte Alben.
1983 Debütalbum "Kill 'em All".
1986 "Master Of Puppets".
2004 Film "Some Kind Of Monster".
2008 "Death Magnetic".

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