Schlingensiefs neue Pläne
Nach seinen Ausflügen in die Opernwelt zieht es den Regisseur wieder an das Wiener Burgtheater.

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Der "Parsifal"-Regisseur Christoph Schlingensief
(47) freut sich nach seinen Erfahrungen in Bayreuth, Manaus und
Berlin auf weitere Arbeiten in der Opernwelt, in die die Bildende
Kunst seiner Auffassung nach generell stärker als bisher eingebunden
werden sollte. Seine nächsten Pläne sind Arbeiten bei der
RuhrTriennale im September und am Wiener Burgtheater im März 2009.
Aber auch eine Intendanz am Schauspielhaus Bochum, dem Berliner
Ensemble oder einem anderen spannenden Ort könne er sich vorstellen,
sagte der frühere "Hausregisseur" von Frank Castorfs Berliner
Volksbühne in einem Gespräch mit der dpa.
Längere Pause. Nach einer längeren Pause meldet sich Schlingensief jetzt bei der
RuhrTriennale im Landschaftspark Duisburg-Nord mit einem "Fluxus-
Oratorium" mit dem Titel "Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in
mir" zurück. Premiere ist am 21. September. Dabei wird in einer Halle
die Kirche seiner Kindheit aus der unmittelbaren Nachbarschaft
nachgebaut. Schlingensief wuchs in Oberhausen auf. Der Regisseur
knüpft damit an sein früheres Projekt "Kirche der Angst" an und
verarbeitet dabei sowohl seine Erfahrungen mit der Kirche als auch
seine Krebserkrankung, über die er jetzt zum ersten Mal auch
öffentlich spricht.
Lebensfreude ist zurück. "Das Fremde in mir war vor allem, dass ich zunächst nicht fassen
konnte, warum mir das zustößt, und ich zunächst nach einer Schuld bei
mir selbst suchte." Jetzt gehe es ihm wieder gut und er habe große
Lust zum Arbeiten und auch entsprechende Angebote, unter anderem vom
Wiener Burgtheater. "Es macht wieder Spaß und ich habe eine große
Lebensfreude, auch wenn mich noch immer sehr viele Dinge bedrängen
und viele fragen an Gott, ans Leben, an das Leidwesen unseres
Menschsein entstanden sind, die ich mir sonst nie gestellt hätte."
Krankheit als Erfahrung. Die Ärzte hätten ihm geraten, seine Erfahrungen mit der Krankheit
aufzuschreiben. Er habe es aber vorgezogen, dem Theaterraum, dem Film
und vor allem der Oper treuzubleiben. "Das, was ich erlebt habe, ist
vielleicht so etwas, wie ich mir teilweise einen Krieg oder ein
Gefangenenlager, in christlicher Weise die Vorhölle vorstelle. Es
relativiert sich vieles im Leben, auch im Kunstbetrieb."
Bayreuth-Erfahrung. Er wolle seine Bayreuther Jahre mit der vieldiskutierten
"Parsifal"-Inszenierung mit der Assistentin Katharina Wagner nicht
missen, betont Schlingensief. "Ich bin froh, dass ich das gemacht
habe, bei allem Ärger, den es auch gab. Sicher hat mich auch die enge
Beschäftigung mit der ständigen Todesnähe im Parsifal-Stoff in
vielerlei Hinsicht auf Gedanken gebracht, die ich besser nicht
gedacht hätte. Mir erschien es aber damals wichtiger in die Tiefe zu
gehen als auf Oberfläche oder Aktualisierung zu setzen. Für mich war
der "Parsifal" ein Weltabschiedswerk und das habe ich sehr ernst
genommen. Vielleicht zu ernst."















