Nach Querelen um gekreuzigten Frosch Museumsdirektorin gefeuert
Der Stiftungsrat des Südtiroler Museions gab als Grund "schwierige finanzielle Situation als Folge beträchtlicher Ausgaben" an.

Foto © ReutersDas Werk des Künstlers Kippenberger sorgte für Wirbel
Die Direktorin des Südtiroler Museums für moderne
und zeitgenössische Kunst Museion in Bozen, Corinne Diserens, ist mit
sofortiger Wirkung entlassen worden. Als Grund wurde vom Stiftungsrat
die "schwierige finanzielle Situation als Folge beträchtlicher
Ausgaben" genannt. Das Museion hatte in der Vergangenheit vor allem
durch heftige Querelen rund um den sogenannten gekreuzigten Frosch,
eine Skulptur des deutschen Künstlers Martin Kippenberger, für
Schlagzeilen gesorgt.
Mit sofortiger Wirkung.
Der Beschluss des Stiftungsrates wurde bereits am Montag gefasst.
Das Vertragsverhältnis mit der Schweizerin Diserens werde mit
sofortiger Wirkung aufgelöst. Sie habe Ausgaben getätigt, ohne über
die dafür notwendige finanzielle Deckung zu verfügen, und ohne zuvor
die Genehmigung der Stiftungsorgane einzuholen, hieß es in einer
Aussendung. Damit habe sie gegen die Geschäftsordnung der Stiftung
verstoßen.
Erhitzte Gemüter.
Das vom Land Südtirol finanzierte Museion hatte ein neues Gebäude
bekommen. Nach der Eröffnung im Mai dieses Jahres sorgte
Kippenbergers dort ausgestelltes Kunstwerk mit dem Titel "Zuerst die
Füße" für erhitzte Gemüter. Es zeigt einen gekreuzigten, grünen
Frosch, der in der einen Hand einen Bierkrug und in der anderen ein
Ei hält. Es verletze die religiösen Gefühle der Menschen, wurde
kritisiert.
Reaktionen aus Politik.
Der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP)
sprach von einer Respekt- und Geschmacklosigkeit. Einen Schritt
weiter ging der SVP-Politiker Franz Pahl in der Vorwahlzeit. Er trat
in Hungerstreik, um die Entfernung des Frosches zu erwirken.
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Fakten
Im August hatte in Bozen der Frosch am Kreuz den Ärger des Papstes auf sich gezogen. Das Kunstwerk des 1997 gestorbenen deutschen Künstlers Martin Kippenberger soll trotz der Proteste im Museum für Moderne Kunst bleiben.















