"Ausgerissene" Blümchen auf Abenteuersuche
Da herrscht Aufregung im Garten: Stephan Bruckmeier und Stephan Kühne realisierten mit fast hundert Protagonisten "Lilli. Ein Blumenmusical" für den Carinthischen Sommer.
Eine Blume muss nicht immer auf einem Fleck bleiben: So kommt es, dass nach der Idee von Stephan Bruckmeier (Buch und künstlerische Gesamtleitung) und der Musik von Stephan Kühne im Garten auf einmal die Gruppe der Gänseblümchen fehlt. Im sonst üppig blühenden Milieu, sprich auf der vollgefüllten Bühne des Congress Centers Villach, herrschte am Sonntagnachmittag in "Lilli. Ein Blumenmusical" darob helle Aufregung.
Schöne Kostüme. Gleich ins Auge stachen die wunderschönen und fantasievollen Kostüme, die von der erst 21-jährigen Villacherin Angelika Pichler angefertigt wurden. 97 Kostüme hat sie mit Helena Reiter und Katharina Sternig genäht, ihnen gebührt ein Sonderlob. Seien es jetzt die herausragenden, lila-blauen Rittersporne (Maximilian Ksoll, Mark Uckermann), Tante Rose (Gloria Horn), freche Mohnblumen, stupfige Kletten oder herzige Glockenblumen - alle Darsteller sahen nicht nur herzig aus, sondern hatten auch in den MusikTheaterTagen ein erstaunliches Pensum an Text und Melodie gelernt. Keine einfache Sache, denn Kühnes Tonsprache ist recht anspruchsvoll.
Aufbegehren. Im ersten Teil des Stücks gab es nur Gesungenes zu hören, die Aufstellung der Blumenkinder blieb statisch, Langatmigkeit drohte. Ganz anders im zweiten Teil, in dem man auch gesprochene Sprache (schön deutlich!) serviert bekam. Und jugendliches Aufbegehren der "ausgerissenen" Gänseblümchen, die sich mit Lilli (Michaela Pichler) einfach auf den Weg gemacht hatten und "per Schuh" den Bach entlang auf Abenteuersuche gingen.
Gelungen. Nicht jeder Handlungsstrang, den der Text Bruckmeiers aufnahm, fand auch wieder schlüssig ins Ganze, ein wenig Kürzung hätte hier gut getan. Aber der Gesamteindruck ist durchaus gelungen, gemessen an der kurzen Probenzeit und den kindlichen Gemütern, die sich trotz "Sommer, es sind Ferien, und das Leben eine Wonne", wie es im Text heißt, zu viel Engagement begeistern ließen. Heftiger Applaus von einem hingerissenen Publikum voller Eltern, Tanten, Freunde und Verwandten.














