Felder weiß in weiß und kompakte Farbigkeit
Vier gewichtige Positionen der bildenden Kunst: Die Villacher Stadtgalerie zeigt Arbeiten von Othmar Jaindl, Otto Eder, Johann Fruhmann und Hans Bischoffshausen.
Vier gewichtige Positionen in der bildenden Kunst Kärntens, die weit über das Land hinausgingen, präsentiert die Villacher Stadtgalerie. Ein exemplarischer Rückblick auf die Entwicklung in der bildenden Kunst, speziell der Bildhauerei nach 1945, nicht zufällig festgemacht an Künstlern, die ein Verhältnis zur Stadt Villach hatten: einmal über die Biographie und zum Anderen, dass Arbeiten von ihnen heute die Stadtsammlung adeln.
Strenge Proportionen. Von Othmar Jaindl (1911 bis 1982), dem Ältesten im Quartett, dominieren Holzskulpturen neben Modellen und feingliedrigen Entwurfsskizzen auf Zigarettenschachteln und Zeitungsrändern. Menschliche Figuren und organische Formen in strenger Auslotung von Proportionen.
Kompakte Farbigkeit. In Korrespondenz dazu stehen Gemälde und Plastiken von Otto Eder (1924 bis 1982). Eine Reminiszenz an einen, der als Bildhauer besonders viel gemalt hat. Die kompakte Farbigkeit seiner Leinwände lässt offene Denkräume Eders erahnen. Zentral sind aber noch immer seine Figuren, reduziert bis zur plastischen Urzelle. Aus klaren, einfachen Grundfomen gebaute Komplexe des Humanen.
Abstrakt. Johann Fruhmann (1928 bis 1985) gilt als einer der ersten Abstrakten des Landes, der in erster Linie den Farben auf den Grund zu gehen versucht. Ausgelotet in den geometrischen Flächen großformatiger Bilder, aber auch in Texturen gestisch entwickelter Gefüge.
Ikone. Schließlich findet sich noch mit Hans Bischoffshausen (1927 bis 1987) eine besondere Ikone heimischer Moderne. Er ist vertreten mit über einem Duzend Werken aus den letzten drei Lebensjahrzehnten. Da finden sich Arbeiten aus rotbrauner Sandmasse ebenso wie frühe Ölbilder skulpierte Papiere, weiß-in-weiß entwickelte Felder und in Kreuzform gelochte Lackschichten.
Infos: Bischoffshausen, Eder, Fruhmann, Jaindl. Villacher Stadtgalerie in der Freihausgasse. Geöffnet: Mo. bis Fr. 10-12.30 u. 15-18 Uhr, Sa. 10-12 Uhr. Bis 6. Sept.















