Kunst mit viel Köpfchen beim Dom
Bildhauer aus Ungarn, Italien, Slowenien, Deutschland und Österreich werken bis morgen in Maria Saal. Thema: "Holz:Kopf".

Foto © WeichselbraunSehen wie die Bildhauer arbeiten. Künstler aus fünf Nationen werken in Maria Saal
Rund um den Maria Saaler Dom tummeln sich derzeit internationale Künstler. Im Rahmen des 7. Alpen-Adria Bildhauer Symposiums wird jeden Tag gesägt, gehämmert, geklopft, genagelt und geleimt. Mit unterschiedlichen Methoden bereiten zehn Künstler ihre Holz-Monumente für die Finissage Samstagabend vor. Heuer lautet das gemeinsame Thema "Holz:Kopf", in Anlehnung an die Kurzoper "Köpfe" von Gerhard Lampersberg, der heuer 80 Jahre alt geworden wäre. Symposium-Organisator Heiner Hammerschlag ist mit der Wahl des Leitgedankens sehr zufrieden: "Die Künstler haben sich auf das Thema komplett eingelassen. Alle Kunstwerke zeigen auch Köpfe."
Holz-Plastiken. Gleich zwei - wenn auch abgetrennte - Köpfe bietet die gebürtige Ungarin Elisabeth Ledersberger-Lehoczky auf. Sie sägt an einer Holz-Dynamik, die zwei ineinander verschlungene Menschen zeigt. Ihre Köpfe liegen am Boden. "Kopflastigkeit und Gefühle müssen im Einklang sein", erklärt dazu die Künstlerin, die Ungarn nach der 1956er-Krise als erste Jugendliche offiziell verlassen durfte. Hinter Ledersberger-Lehoczky werkt der Berliner Bildhauer Wolfgang Stübner an einer zweiköpfigen Holz-Plastik. "Sie sind durch einen weißen Spalt getrennt. Er symbolisiert Kommunikation als Trennung oder Hoffnung", sagt Stübner, der sein Trabant-Cabrio, ein ehemaliges Vehikel der DDR-Armee, hinter dem Dom parkt.
Kärntner Künstler. An der rechten Seite des Domes arbeiten die Kärntner Künstler Helmut Machhammer, Wolfgang Walkensteiner, Erwin C. Klinzer und Symposiums-Gründer Andres Klimbacher. Erstmals wurde der Garten neben dem Dom für die Bildhauer geöffnet. Unter einer Arkade sitzt Ursa Toman. Die Laibacherin meiselt an einem Baby mit verklärtem Blick. "Ein Baby hat für mich die positive Ausstrahlung, dass einfach alles in Ordnung ist. So fühle ich mich hier", sagt Toman. Ihre italienischen Kollegen, Roberto Merotto aus Treviso und Roberto Tonon freuen sich "über die Atmosphäre". "Alles ist so frei hier. Kein Mensch kommt und kritisiert, was ich mache. Es wird eher etwas hineininterpretiert", meint Tonon, der mit Ausblick auf die beiden Kirchtürme eine Madonna kreiert, die Flöte spielt.
Features
Symposium am Dom
- Kein Eintritt. Dom frei zugänglich, Künstler werken ab 9 Uhr
- Freitag. Ab 20 Uhr Tanz, Fingerfood-Party.
- Samstag. Finissage, Konzert, Foto-Show mit Musik von Udo Jürgens Bruder, Manfred Bockelmann ab 17.30 Uhr.
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Toman unter der historischen Arkade neben dem DomFoto © Weichselbraun
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