Der Gott unter den Kastraten bei der "Trigonale"
Derek Lee Ragin sang "Arien für Farinelli".
"One God, One Farinelli" rief eine Zuhörerin nach einem Konzert in London begeistert aus, wo der Ausnahmesänger - wie überall in Europa - Triumphe feierte. Es sollte für den Kastraten, der eigentlich Carlo Broschi (1705-1782) hieß und dessen Story 1994 von Gérard Corbiau verfilmt und mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde, zum geflügelten Wort werden.
Weltweit gefragt. Derek Lee Ragin, der im Film dem Hauptdarsteller Stefano Dionisi die Gesangsstimme lieh, gab jetzt bei der Trigonale "Arien für Farinelli", so der Titel des Abends, von seinem Bruder Riccardo Broschi, Georg Friedrich Händel und dessen damaligen Londoner Konkurrenten und Lehrer Farinellis Nicola Antonio Porpora zum Besten. Der weltweit gefragte, amerikanische Countertenor trumpfte nicht nur mit stimmlichen Spitzenleistungen und blitzsaubereren Koloraturen auf, sondern auch mit empfindsamem Ausdruck und wunderbaren Legati, insbesondere bei der Zugabe "Ombra cara", aus Glucks "Orfeo ed Euridice".
Gefühlvoll begleitet wurde Ragin im Andromeda Saal des Fuchspalastes vom teils sehr jung besetzten Ensemble Florilegium. Unter Leitung des Flötisten Ashley Solomon, der sich bei einem Konzert von Johann Joachim Quantz als technisch hoch stehender Solist erwies, wurden auch zwei Sinfonien von Antonio Vivaldi dargeboten: mitreißend lebendig, emotionsreich, nicht immer mit absoluter Intonationsreinheit bei den zwei Geigerinnen musiziert. Jubel im gut besuchten Saal!














