Zündend scharf
Zum Auftakt der Wörthersee Classics 2008 begeisterten die Budapester Philharmoniker.

Foto © APADonnerstag im Konzerthaus: Dieter Kaufmann komponierte für Bachmann
Einen "modernen" Komponisten, "der in Deutschland geboren, in Österreich gewirkt und ungarisch komponiert hat!", kündigte der Dirigent schalkhaft als "schwer anzuhörende" Zugabe an, um dann einen "Ungarischen Tanz" von Johannes Brahms gleich zweimal unterschiedlich mit scharfer Paprika zu interpretieren, was das Publikum im leider schütter besetzten KLagenfurter Konzerthaus heftig jubeln ließ.
Zündend und mitreißend hörte man zur Eröffnung der "Wörthersee Classics" auch zuvor Robert Schumanns 4. Symphonie. Die Budapester Philharmoniker unter der stets befeuernden, manchmal selbstdarstellerisch überzogenen Stabführung von Peter Sánta konnten das motivisch-thematische Beziehungsgeflecht mit sicherem, bisweilen etwas zu lautem Blech, warmem Holz und farbigen Streichern beinahe ideal herausarbeiten. Mit "Blumine", dem zweiten Satz aus der Urfassung der ersten Symphonie von Gustav Mahler wurde Rares sehr atmosphärisch im Orchester ausgekostet.
"Kindertortenlieder". Ebenfalls vom Wörtherseekomponisten: die "Kindertotenlieder", die Mahler in seinem Komponierhäuschen in Maiernigg nach Gedichten von Friedrich Rückert schrieb, eine Klage des verzweifelten Dichters über den Scharlachtod seiner beiden jüngsten Kinder. Hermine Haselböck mangelte es dabei zwar an Wortverständlichkeit, doch sie fand den melancholisch, berührenden Tonfall. Von den Begleitern hätte man sich mehr Feinschliff erwartet.
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Donnerstag bei den Wörthersee Classics: Zum Geburtstag von Ingeborg Bachmann. Dieter Kaufmann "Evocation". Mozart Saal Konzerthaus Klagenfurt. Beginn: 16 Uhr.














