Gunnar Möller wird 80
Der deutsche Schauspieler blickt auf ein bewegtes Leben zurück. In die Herzen der Kinobesucher spielte er sich mit "Ich denke oft an Piroschka".

Foto © ORF/Sohn ohne Heimat
Zwei Ereignisse werden mit dem Namen Gunnar Möller
oft in Verbindung gebracht: Das eine ist der Film "Ich denke oft an
Piroschka", in dem er 1955 eine Hauptrolle spielte. Das andere ist
der Tod seiner Frau, die er 1979 im Affekt erschlug. Zu seinem 80.
Geburtstag, den Möller an diesem Dienstag (1. Juli) feiert, will der
Schauspieler daran nicht erinnert werden. "Wenn es zu meinem
Geburtstag immer nur um die Vergangenheit geht, dann will ich ihn gar
nicht feiern", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Gefängnisstrafe in London. Was im September 1979 in seinem Londoner Haus passierte, sei ihm
selber unbegreiflich, hatte Möller wiederholt gesagt. Damals erschlug
er seine Frau Brigitte, mit der er 25 Jahre verheiratet war, im
Streit um die bevorstehende Scheidung mit einem Saunaschemel. Das
Paar hatte drei gemeinsame Kinder. Möller wurde damals vom Londoner
Kriminalgerichtshof Old Bailey wegen Totschlags zu fünf Jahren
Gefängnis verurteilt und aufgrund guter Führung nach 26 Monaten auf
Bewährung entlassen.
Kino-Erfolge. Danach gelang es Möller schnell, an seine Schauspielkarriere
anzuknüpfen, die bereits begonnen hatte, als er erst elf Jahre alt
war. 1939 stand er für den Film "Kopf hoch, Johannes" vor der Kamera.
Der gebürtige Berliner war aber immer auch begeisterter
Theaterschauspieler. In den 1940er Jahren arbeitete er für eine
Inszenierung der Shakespeare-Komödie "Der Widerspenstigen Zähmung"
mit dem berühmten Gustaf Gründgens zusammen. Im Fernsehen war er
unter anderem in dem Agententhriller "Geheime Mission" (1985), in den
Serien "Das Rätsel der Sandbank" und "Unser Charly" (1996) und in der
Krimi-Reihe "Tatort" zu sehen.
100 Filme. Insgesamt spielte Möller in fast 100 Filmen mit. Doch seine
bekannteste Rolle war und blieb der verliebte Student Andreas, den er
mit Mitte 20 an der Seite von Lilo Pulver in der romantischen Komödie
"Ich denke oft an Piroschka" spielte. "Eigentlich", sagte Möller
einmal, "hätte ich nur den einen Film drehen müssen, alle anderen
Filme mit mir sind in Vergessenheit geraten".
Theaterkarriere. Auf der Theaterbühne feierte der Schauspieler große Erfolge. Mit
seiner zweiten Ehefrau Christiane Hammacher, mit der er seit 2003
verheiratet ist, bringt er seit inzwischen 14 Jahren "Loriots
dramatische Werke" auf die Bühne. Anlässlich des Geburtstags von
Vicco von Bülow, der im November 85 Jahre alt wird, gehen die beiden
mit den Sketchen des großen Komikers wieder auf Tournee. Dafür steht
auch ein Wohnungswechsel an. Seinen Geburtstag will Möller zwar noch
in München feiern. Ende Juli aber wolle er mit seiner Frau nach
Berlin ziehen, sagte er. Darauf freut er sich. Er blickt lieber in
die Zukunft als zurück in die Vergangenheit.














