US-Künstler Robert Rauschenberg 82-jährig gestorben
Der US-Künstler Robert Rauschenberg ist nach Angaben eines E-Mail-"News Alerts" der "New York Times" in der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) im Alter von 82 Jahren gestorben.

Foto © APArchivbild des Künstler aus dem Jahr 2006
Eine ausgestopfte Ziege, ein Autoreifen und
ein Tennisball sicherten Robert Rauschenberg einen Platz im Olymp der
Pop Art gleich neben Roy Lichtenstein und Andy Warhol: "Monogram"
(1959) ist das berühmteste seiner "Combine Paintings" -
dreidimensionalen Installationen aus Alltagsobjekten und Farbe, mit
denen er die traditionelle Grenze zwischen Malerei und Skulptur
einriss. Rauschenberg ist laut "New York Times" (Onlineausgabe) in
der Nacht auf heute, Dienstag, 82-jährig gestorben.
Kampf der Ernsthaftigkeit. In den 50er und 60er Jahren machten Rauschenberg und andere sich
daran, der Übermacht und der Ernsthaftigkeit des amerikanischen
Abstrakten Expressionismus den Kampf anzusagen: Bezeichnend ist eines
von Rauschenbergs frühen Werken, "Erased De Kooning" (1953), in dem
er einfach eine Zeichnung seines New Yorker Kollegen Willem de
Kooning ausradiert. In seine dreidimensionale Gemälden baute er
Zeitungsbilder, Comicstrips und Gegenstände alltäglicher Banalitäten
ein. "Keiner hat die überschäumende, ungezügelte Energie von
Rauschenbergs Vorstellungskraft", schrieb der Kunsthistoriker Robert
Hughes über ihn. "Er liebt die Geräusche, den Abfall und den Geruch
der Straße." Rauschenberg experimentierte mit Drucken auf Aluminium,
sich bewegende Plexiglasscheiben, Kleidern und anderen Oberflächen.
Wurzeln in Berlin. Geboren wurde er am 22. Oktober 1925 als texanischer
Ölarbeiter-Sohn Milton Ernest Rauschenberg. Sein Großvater
väterlicherseits stammte aus Berlin und heiratete später eine
Cherokee-Indianerin. Seine Großmutter mütterlicherseits war Schwedin,
verheiratet mit einem Holländer. Typisch amerikanische
"Straßenkötermischung" nannte das Rauschenberg später mit einem
Augenzwinkern.
Studienzeit. Rauschenberg begann nach dem Militärdienst ein Studium am
progressiven Black Mountain College in North Carolina bei Josef
Albers. Dessen Mantra, dass sich eine Farbe immer in den Dienst der
anderen stellen solle zum Trotz, konzentrierte er sich zunächst auf
monochrome "White Paintings" und "Black Paintings". In North Carolina
lernte er auch den Choreographen und Tänzer Merce Cunningham und
Musiker John Cage kennen, mit denen er eigene Projekte schuf. Der
Durchbruch kam mit dem Umzug nach New York, wo er in der legendären
Galerie von Leo Castelli seine erste Einzelausstellung hatte.
Demokratische Grundhaltung. Seine tief verwurzelte demokratische Grundhaltung manifestierte
sich in der Gleichrangigkeit der Bildelemente. Diese Haltung
kennzeichnete auch das Aufsehen erregende Projekt "Roci"
("Rauschenberg Overseas Culture Exchange"): Der Künstler bereiste von
1984 bis 1991 zehn Länder, um das jeweils Kulturspezifische
bildnerisch zu verarbeiten - im Zusammenarbeit mit den Künstlern vor
Ort. "Roci begann mit meinem Entschluss, etwas gegen die Weltkrise zu
tun, anstatt mich der Midlife Crisis hinzugeben", sagte er flapsig.
Als er mit einer Fülle von Werken wiederkam, sprachen Kritiker
begeistert von einer Rauschenberg-Renaissance.
Privatleben. Verheiratet war Rauschenberg nur kurz - mit Susan Weil, die er
gleich nach dem Krieg bei einem Studienaufenthalt in Paris
kennengelernt hatte. Mit ihr hat er einen Sohn, Christopher, der
heute als Fotograf arbeitet. Zu seinen langjährigen Lebensgefährten
gehörten Cy Twombly und Jasper Johns, mit dem er jahrelang ein
ausschweifendes Leben in Manhattan führte. Bis zuletzt lebte und
arbeitete Rauschenberg in seinen Studios in New York und auf Captiva
Island, Florida. 1998 widmete ihm das New Yorker Guggenheim Museum
ein große Retrospektive mit rund 400 Werken.
Features
Rauschenberg
Robert Milton Ernest Rauschenberg war ein US-amerikanischer Maler, Grafiker, Fotograf und Objektkünstler und Wegbereiter der Pop-Art in den USA.
Er kombinierte in seinen Werken etwa Tennisbälle, Autoreifen, Fahrräder und ausgestopfte Ziegen auf hintersinnige Weise. Anders als andere Materialkünstler verändert er diese materiellen Reste der "realen Welt" jedoch nicht, sondern belässt sie so, wie sie sind.
Foto

Rauschenberg war mit Stars wie Liza Minnelli auf Du und DuFoto © AP
Pop-Art
Riesige Comics als Wandgemälde, verfremdete Werbebilder oder grell leuchtende Collagen sind die Markenzeichen der Pop-Art. In ihren Bildern wird der Alltag zur Kunst erhoben - immer mit einem ironischen oder kritischen Unterton.















