Wie Bücher das Leben von Menschen prägen
Leseforschung am Beispiel von Villacher Frauen.
"Mindestens 83 Jahre" mussten die acht Gesprächspartnerinnen sein, die sich Barbara Einhauer aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen suchte. Nach ersten Erinnerungen an Bücher hat die Leseforscherin ebenso gefragt wie danach, ob die Frauen noch Texte aus der Schulzeit aufsagen könnten. "Vor allem Balladen werden meist noch sehr gut gekonnt", erzählt die auch als Kleine-Mitarbeiterin bekannte Forscherin vom nachhaltigen Lernerfolg, immerhin liegt das Erlernen mehr als 75 Jahre zurück.
Lausbubengeschichten. Bei den meisten Frauen aus der beforschten Gruppe spielt das Lesen stark ins Leben hinein. "Eine Frau hat ihren sterbenskranken Mann jede Nacht aus den Lausbubengeschichten von Ludwig Thoma vorgelesen", berichtet Einhauer. Wenn er dann schlief, "ging sie in die Küche und weinte". Freude und Leid, verknüpft mit Literatur, dieses Phänomen beobachtete Einhauer schon als Buchhändlerin, einen Beruf, den sie zehn Jahre lang ausübte, bis sie im Germanistik-Studium auf die Leseforschung stieß. Das Projekt soll noch zwei weitere Jahre in Anspruch nehmen und die Ergebnisse anschließend als Buch erscheinen.
"Herbst:Zeit:Lese". Am kommenden Montag, 5. Mai (19 Uhr), stellt Barbara Einhauer das von ihr konzipierte und von der Stadt Villach unterstützte Projekt "Herbst:Zeit:Lese" im Villacher Bambergsaal vor. Danach folgen Präsentationen auch außerhalb Kärntens, etwa in Südtirol.















