Kolossale Klangarchitektur
Beeindruckendes Festkonzert des RTV Slovenija.
"Unnatürlich aufgeblasen, krankhaft und verderblich!" Geradezu brutal beschrieb der berüchtigte Kritiker Eduard Hanslick Anton Bruckners "Siebente" nach der Wiener Erstaufführung 1886. Diesem Urteil eines erklärten Bruckner-Gegners wird sich heute kaum jemand anschließen. Vor allem wenn man die Symphonie so erlebt wie jetzt im Konzerthaus: Sattes, sicheres Blech zusätzlich besetzt mit "Wagner-Tuben", warmes Holz und wunderbar farbige und strahlende Streicher hörte man im riesig besetzten RTV Slovenija unter Christian Mandeal.
Konzertmeister. Mit "unserem" Klagenfurter Benjamin Ziervogel als Konzertmeister wurde unter dem souveränen Maestro die grandiose, dramaturgische Klangarchitektur zelebriert: Das erschütternde Adagio, mit dem Bruckner dem Tod seines großen Idols Richard Wagner huldigte, das effektvolle Scherzo mit seinem signalartigen Trompetenmotiv, das triumphale Finale erklangen in feierlicher Farbenpracht, vielen Schattierungen, zarten Piani und gewaltigen Spannungstürmen. Wermutstropfen war nur die grenzwertige Akustik des für so ein Werk viel zu kleinen Saales.
Festkonzert. Fazit: Ein beeindruckendes Festkonzert im Rahmen der EU-Präsidentschaft Sloweniens, zu dem das Slowenische Generalkonsulat mit Sponsoren eingeladen hatte und das vom Musikverein Kärnten organisiert wurde.















