Ein listiger Genealoge
St. Veiter stellt in Wolfsberg aus.
Der Stammbaum als Beweis für die Exzellenz des eigenen Geschlechts, schafft Identität und gilt als Begründung von genuin aristokratischen Rang- und Machtansprüchen. Auch in der Kunst. Nicht nur in der Renaissance wurde im historischen Rückgriff künstlerisches Selbstverständnis belegt und geadelt. Erben einer ruhmreichen Vergangenheit waren stets bemüht, Erblasser und sich selbst ins rechte Bild zu setzen. Die Darstellung als "uomini illustri" und "donne famose", gibt sie als Idole zur Verherrlichung frei. Ahnengalerien zum Lobpreis der eigenen Abkunft und Größe.
Ein heiterer Gang. Der St. Veiter Künstler Gerald Thomaschütz untersucht solch genealogische Diskurse mit Ironie und kynischer Vernunft. In rund 60 Portraits entfaltet er 500 Jahre einer fiktiven Familiengeschichte. Wunderbare, meist kleinformatige Öltafelbilder. Bildnisse der "Nordbergs", mit unverwechselbarer Physiognomie, demonstrieren epochengemäß Stilistisches wie Modisches und Soziales. Dazu ein gediegener Katalog. Allerdings wird darin die Nobilierung der Nordbergs "getadelt". Ein heiterer Gang durch die Kunst-, Kultur- und Geistesgeschichte. Listig darauf angelegt, dass alles nur vorläufig ist. Vorlauf eben zum Eigentlichen.
Features
Gerald Thomaschütz
Nordbergs Traum - Uomini Illustri" Stadtgalerie Wolfsberg; Mo-Fr: 10 - 12 Uhr. Mo-Do: 15 - 17 Uhr. Bis 30. April















