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    Zuletzt aktualisiert: 31.05.2012 um 20:55 UhrKommentare

    Darf es noch ein bisschen weniger sein?

    Die Facebook-Aktie schmierte um schmerzhafte 28 Prozent ab, ein Rückfahr-Ticket war im riskanten Unterfangen nicht inkludiert. Der große Bruder wankt - und nun geht die Angst vor einem Flächenbrand um: Weitere Börsengänge von Internet-Unternehmen wurden bereits angehalten. Von Thomas Golser.

    Mark Zuckerberg, momentan wohl eher zum Nachdenken zumute...

    Foto © AP/Time MagazineMark Zuckerberg, momentan wohl eher zum Nachdenken zumute...

    "Mark listed FB on NASDAQ" - so lautete am 18. Mai der euphorische Facebook-Eintrag, mit dem Mark Zuckerberg ein ganz neues Kapitel im "Ges(ch)ichtsbuch" dokumentieren wollte. Seither ist die zuvor zum fürstlichen Preis von 38 Dollar an die willige Kundschaft ausgegebene Aktie abgeschmiert: Eine Ohrfeige, die man weltweit vernimmt. "World Wide Waterloo" für einen bislang vom Erfolg hofierten Emporkömmling, der hemdsärmeliger Geburtshelfer der "Generation Facebook" war. Nun regiert Gevatter Ratlosigkeit.

    Katzenjammer als Dauergast

    Nach dem Höhenrausch schaute der Katzenjammer als ungeladener Besucher vorbei - und mittlerweile wurde er zum Dauergast: Nicht einmal 28 Dollar ist das Papier des sozialen Netzwerks aktuell noch wert - das sind minus 28 Prozent seit dem Start: an der Börse ein Rohrkrepierer sondergleichen, ein Fakebook. 901 Millionen mitteilsame Seelen, für die in vielen Fällen nur ein Tag mit Facebook auch ein guter ist, hin oder her. Allzu laut sollte die Empörung bei all den Investoren aber nicht ausfallen, denn: Der Absturz fällt zwar denkbar heftig aus, kam aber so unerwartet nun auch wieder nicht. Der Ruf, doch endlich "die Schuldigen" ans Messer zu liefern, ist so aussichtslos wie überflüssig: Wer auf diesen Zug aufsprang, buchte das Rückfahr-Ticket nicht automatisch mit.

    Fotoserie: Mark Zuckerberg im Foto-Porträt

    Ein riskantes Produkt wird nicht versichert durch den Hype, der damit einhergeht. Die Aktie wurde ja schon im Vorfeld vergoldet, doch Facebook ist - wenigstens an der Börse und zumindest bislang - ein überdimensionierter, etwas künstlich schmeckender, blau gefärbter Bubble-Gum. Angeliefert direkt aus der Zentrale im Silicon Valley, aufgeblasen von weltumspannender Anhängerschaft, fetten Werbeeinnahmen daraus - und vor allem: viel heißer Luft. Und: basierend auf zu vielen Unbekannten. Interessant wird nun in weiterer Folge, ob das gefallene Zugpferd auch andere mit in Abgründe reißt. Internet-Börsengänge wollen im Moment wohlüberlegt sein - die US-Reisesuchmaschine Kayak z.B. blieb vorerst im Trockendock, will sich nicht auch die Schaltkreise verbrennen.

    Ein eigenes Facebook-Smartphone, das man nun präsentieren will, leitete an den Märkten die erhoffte Schubumkehr bislang nicht ein. Ist wohl in Zeiten, in denen neue Geräte im Tagestakt auf den Markt drängen, vielleicht auch nicht mehr der wirkliche "Nachbrenner", den es braucht. Zumindest an der Börse hat Facebook sein Gesicht verloren und etwas eindringlichst bewiesen: Dass, was im Netz glückt und Unsummen in die Kassen spült, muss noch lange nicht in der freien Wildbahn (vulgo Wall Street) funktionieren.

    Der Gründer selbst versilberte einen Teil seiner Aktien, brachte über 1,1 Milliarden Dollar in Sicherheit (die Alteigentümer kassierten insgesamt 16 Milliarden Dollar) - verlor dafür aber wohl einige Freunde. Höchst an der Zeit, den "Gefällt mir nicht"-Button einzuführen?

    THOMAS GOLSER

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