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Augen auf, Ohren auf, die Helmis sind da Der wundersam Gewandelte Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Sebastian Krause Nächster Artikel Augen auf, Ohren auf, die Helmis sind da Der wundersam Gewandelte
Zuletzt aktualisiert: 05.06.2012 um 06:12 UhrKommentare

Microsoft und der smarte Fernseher

Microsoft setzt bei der E3 auf Vernetzung: Sprachsteuerung, Tablet und Smartphone sollen in der Verbindung mit der Xbox zum Angriff blasen - auf Apple, Google und Co. Sony hingegen lässt spielen und sich von JK Rowling helfen. Von Sebastian Krause, Los Angeles.

Usher als Stargast: 'Dance Central 3'-Game

Foto © ReutersUsher als Stargast: 'Dance Central 3'-Game

Es begann wie immer - laut und mit einem Knaller: Die Lichter im Galen-Center in Los Angeles gingen aus und "Halo 4" hatte seinen Auftritt. Microsofts Software-Goldesel eröffnete die E3-Pressekonferenz standesgemäß unter Jubel der Fachpresse. Neben weiteren Blockbustern für das Weihnachtsgeschäft stand aber vor allem Multimediales im Vordergrund.

Gleich zu Beginn machte Microsoft-Manager Don Mattrick die letzte Hoffnung auf eine neue Xbox zunichte. "Es geht hier und heute nur um die Xbox 360". Die weltweit meist verkaufte Konsole dieser Generation war in den folgenden 90 Minuten eine veritable Lebensverlängerung vergönnt. Seit sieben Jahren am Markt, soll die Xbox wohl zumindest noch bis Ende 2013 durchhalten. Microsoft setzt dabei vor allem auf den Bewegungssensor Kinect. Fast alle vorgestellten Spiele-Highlights der nächsten Monate unterstützen das bislang eher für Gelegenheitsspieler gedachte Gerät durch Sprachsteuerung oder Gesten.

Fotoserie: Bilder von der E3-Spielmesse in L.A.

Die Hardcore-Zockergemeinde kam zu Beginn der Präsentation auf ihre Kosten: Neben Halo gab es auch Fortsetzungen bekannter Serien wie "Gears of War", "Splinter Cell" und "Forza" zu sehen, dazu kurze Trailer neuer Titel, die aber allesamt erst nächstes Jahr erscheinen sollen. Besonders viel Zeit widmete man einem Fitness-Programm von Nike, dass über Kinect den eigenen Workout analysiert und verbessert. Dann aber kam es, für viele überraschend, zu einer Kurskorrektur.

Was folgte, war eine multimediale Kampfansage auf Google, Apple und Co. Microsoft will die Xbox als Zentralorgan einer digitalen Welt etablieren, allgegenwärtig auch im Alltag. "Xbox Smart Glass" taufte man das Vorhaben, die Konsole mit Tablets und Smartphones zu verbinden - egal, ob diese mit dem kommenden Windows 8, Android und iOS laufen.

Alles neu in der Box

So lassen sich, wie bereits von Apple gekannt, künftig Filme über die Konsole vom Tablet auf den Fernseher streamen, ein eigener Musikdienst ("Xbox Music") soll Zugriff auf rund 30 Millionen Songs bieten. Sogar Spiele und TV-Serien lassen sich mit Handy und Tablet verbinden - diese werden so zu weiteren Monitoren, auf denen sich Zusatzinhalte anzeigen lassen oder komplexe Eingaben per Touchscreen möglich werden. Auf diese Art bringt Microsoft auch den lange ersehnten Internet Explorer endlich auf die Konsole. Die Verbindung von Sprachsteuerung der Konsole und dem Touchscreen von Tablet und Co wirkt innovativ, der wahre Nutzen ließ sich aber nur schwer einschätzen - zu vage blieb Microsoft bei den Details der Umsetzung. Funktionieren soll all das ab Herbst - in Europa wird man jedoch auf die in den USA beliebten Kooperationen mit ESPN und Co verzichten müssen, die künftig auch NBA und NHL über die Konsole ins Wohnzimmer übertragen.

"Smart Glass" in Aktion.

Der Fernseher soll durch die Vernetzung zum "Smart TV" werden, ist man sich bei Microsoft sicher. "Das ist der erste Schritt in eine Welt", sagte Don Mattrick, "in der der Tag in der Früh mit der Xbox und einem Fitness-Workout beginnt und abends mit einem Blockbuster endet". Nicht allen im Saal schien dieser Gedanke wirklich zu gefallen. Als zwischendurch die beiden South-Park-Macher Trey Parker und Matt Stone die Bühne betraten, um ihr angenehm anderes, schräges Comic-Game "The Stick of Truth" vorzustellen, wurde Microsofts Vorhaben sofort auf die Schippe genommen. Ob man nicht immer schon ein Tablet mit einem Smartphone steuern wollte, am Fernseher, der mit dem Ofen verbunden ist, während man im Kühlschrank sitzt. Das Publikum quittierte die spontane Einlage, die nicht auf den gigantischen Telepromptern stand, mit ausgelassenem Lachen. Eine Reaktion, die Microsoft an diesem Morgen in Los Angeles nicht zustande brachte.

SEBASTIAN KRAUSE, LOS ANGELES

Vernetzung

Auch andernorts wird an der Vernetzung zwischen den Geräten gearbeitet: Der japanische Spielkonsole-Hersteller Nintendo will auf den rasant wachsenden Markt für Onlinespiele vorstoßen und damit seine weltweite Marktführerposition verteidigen.

Nintendo-Präsident Satoru Iwata stellte am Montag Pläne für ein soziales Netzwerk mit dem Titel "Miiverse" vor. Die Online-Plattform soll mit der neuen Spielkonsole Wii U eingeführt werden und darüber hinaus auch auf mobilen Geräten wie Handys oder Tabletcomputer laufen.





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