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    Zuletzt aktualisiert: 20.02.2012 um 16:25 Uhr

    "Asylmissbrauch": Straches erfundene Rechnung

    Auf Facebook kursiert ein Posting von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Ein Rechenbeispiel vergleicht das Einkommen von Asylbewerbern mit dem von Österreichern. Doch die vermeintlichen Fakten sind frei erfunden – und sollen aus Neonazi-Kreisen stammen. Von Sebastian Krause.

    Foto © APA

    Das Wochenende verlief wenig erholsam für die FPÖ. Am Freitag entbrannte ein heftiger Schlagabtausch zwischen der Partei und der Organisation "SOS Mitmensch": Grund war ein Facebook-Posting des FP-Chefs Heinz-Christian Strache, laut dem eine achtköpfige Asylwerberfamilie in Österreich über 3.500 Euro im Monat vom Staat erhalte. Eine fünfköpfige einheimische Facharbeiter-Familie hingegen müsse mit nur 1.600 Euro auskommen – "Österreicher in Not", überschrieb Strache das Posting. "Warum sollen Asylmissbraucher das Land freiwillig verlassen?", fügte der Freiheitliche Spitzenkandidat an.

    Die von Strache genannten Zahlen sind jedoch frei erfunden und haben mit der geltenden Grundversorgung für Asylwerber (deren Bezug zudem die Zuzahlung anderer Sozialleistungen wie Familienbeihilfe ausschließt) nichts zu tun. Zwar ruderte Strache mitlerweile zurück und postete bereits zwei neue Varianten der vormaligen Milchmädchenrechnung, der Vorwurf bleibt aber. Etliche Facbook-User wiesen Strache auch in der aktuellen Version auf zahlreiche Missstände hin: So hat die österreichische Arbeiterfamilie in dieser Konstellation ebenfalls Anspruch auf Mietbeihilfe und andere Sozialleistungen.

    Background in Neonazi-Szene?

    SOS Mitmensch ortet in einer Aussendung gar einen noch größeren Skandal: Wie auch die Tageszeitung "Der Standard" berichtet, soll die von Strache gepostete Rechnung aus der Neonazi-Szene stammen. Die "Arbeitergemeinschaft für demokratische Politik" (kurz "AFP"), die als radikal rechtsextrem bis neonazistisch eingestuft wird, hatte die Rechnung bereits 2009 veröffentlicht, auf Facebook kursierte sie seit September 2011 (siehe rechts).

    Wie der "Standard" berichtet, fand die Rechnung auch Platz auf der ersten Seite eines AFP-Flugblatts, samt Logo der rechtsextremen Gemeinschaft. SOS Mitmensch reagierte empört und ortet "einen unfassbaren Skandal, einzigartig in der österreichischen Nachkriegsgeschichte". Strache habe die Rechnung direkt aus Neonazi-Quellen übernommen. Die FPÖ leugnete die Vorwürfe bislang nicht, kritisierte ihrerseits die NGO aber für ihre "gewohnt unqualifizierten Anwürfe".

    SEBASTIAN KRAUSE

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    Gegenrechnung

    Der Grüne Karl Öllinger stellte Gegenbeispiele, die mit echten, derzeit geltenden Beträgen gerechnet wurden, auf das Webportal "Stoppt die Rechten" (siehe unten).

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    Foto © Facebook

    Bild vergrößernStraches (bereits "korrigierte") zweite Fassung: Noch immer heftige KritikFoto © Facebook

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    Foto © stopptdierechten.at

    Bild vergrößernGegenrechnung des Grünen Karl ÖllingerFoto © stopptdierechten.at

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    Bild vergrößernUrsprung der Rechnung: Flugblatt der rechtsextremen "AFP"Foto © stopptdierechten.at

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