Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
  • Zur Kärnten-Ausgabe
  • 02. September 2014 01:29 Uhr | Als Startseite
    Neu registrieren
    Kein Google Street View für Österreich Studenten-Bolide bereit für den Einsatz Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Roman Vilgut Nächster Artikel Kein Google Street View für Österreich Studenten-Bolide bereit für den Einsatz
    Zuletzt aktualisiert: 03.06.2011 um 10:21 UhrKommentare

    Zürich: die Stadt der Gegensätze

    Albert Einstein schwärmte in Briefen an seine Frau Mileva gerne von Zürich. Vor allem die Spaziergänge am See hatten es dem berühmten Wissenschaftler angetan. Wer verstehen möchte warum, kann das mit einem "erweiterten" Tagesausflug in Erfahrung bringen.

    1 / 12 

    Nun sind Reiseberichte per se schon eine subjektive Sache, darum möchte ich vorab klarstellen, dass ich eher der Typ Rucksack-Tourist bin. Auf einer Städtereise brauche ich keinerlei Luxus, da ich sowieso nur auf den Beinen bin. Außerdem achte ich bei An- und Abreise sowie bei den Hotels immer auf den Preis.

    Wer also günstig nach Zürich kommen möchte, macht das am besten per Bahn im Nachtzug ab Graz. Bereits drei Monate vor Reiseantritt kann man bei den ÖBB Sparschiene-Tickets kaufen. Hier verhält es sich ähnlich wie bei Billigfliegern: Es gibt nur ein begrenztes Kontingent der günstigen Tickets.

    Die richtigen Sparmeister nehmen einen Sitzplatz für 29 Euro in eine Richtung. Empfehlen kann ich aber den Liegewagen. Die Sechserliege kostet in der Sparschienen-Variante 39 Euro, die Viererliege 49 Euro – beides inklusive eines einfachen Frühstücks. Der Nachtzug fährt in Graz um 22:25 Uhr ab – Reisende aus Kärnten können vorher mit dem IC-Bus anreisen. Es lohnt sich, beim Schaffner ein Bier oder ein Stifterl Wein zu kaufen. Ankunft Zürich: 9:20 Uhr.

    Land der Zugfahrer

    Steigt man erst aus dem Wagon aus, merkt man sofort: Man ist im Land der Zugfahrer. Am Bahnhof wimmelt es nur so vor Menschen. Sehr viele Schweizer haben ein Jahresticket bei den SBB und nutzen dieses regelmäßig.

    Bereits im Bahnhof kann man Euros in Franken wechseln, wobei in ganz Zürich Euros akzeptiert werden. In der Touristeninformation bekommt man einen Stadtplan und das 24-Stunden-Ticket für den öffentlichen Verkehr. Man kann hier auch eine Führung durch die Altstadt buchen, die sehr zu empfehlen ist.

    Ein echtes Highlight ist natürlich die Bahnhofstraße. Hier erfährt man, was Window-Shopping wirklich bedeutet. Denn wer nicht die American Express Karte in Schwarz besitzt, sollte die Geschäfte erst gar nicht betreten. Hier ein Versace-Kleid um umgerechnet 3.000 Euro, dort ein Armani-Outfit, das der Berufskleidung eines Koches frappierend ähnlich sieht um gut 2.000 Euro. In den Auslagen der Juweliere funkeln Diamanten und Saphire und eine Bank reiht sich hier an die nächste.

    Luxemburgerli

    Die Luxemburgerli sind eine Spezialität von Sprüngli.

    Dabei handelt es sich um zwei kleine Makrönchen, die von einer feinen Creme zusammengehalten werden. Ein süßer Mini-Hamburger sozusagen.

    Lohnenswert ist ein Besuch bei Sprüngli am Paradeplatz. Hier gibt es die besten Luxemburgerli der Stadt. Danach sollte man dem Platz folgend Richtung Limmat gehen – dem Ausfluss des Zürichsees – und auf die andere Uferseite wechseln. Hier ist die Ausgehmeile der Stadt mit Restaurants und Cafes. Die Züricher sagen: "Auf der einen Seite verdient man das Geld, auf der anderen gibt man es wieder aus".

    Teures Pflaster

    Geld ausgeben ist auch das Stichwort. Denn selbst wenn man die Bahnhofsstraße verlässt, muss man sich bewusst sein, dass man in der Schweiz ist. Hier ist fast alles zwei bis drei Mal so teuer – und zwar egal ob im Supermarkt oder im Restaurant. Selbst für einen Big Mac bezahlt man das Dreifache. Einzig die internationalen Modeketten haben ähnliche Preise, wie in Österreich.

    Neben unzähligen Museen ist vor allem der See das absolute Highlight der Stadt. Hier gibt es keine eingezäunten Strandbäder oder Appartementkomplexe, welche die Sicht aufs Wasser versperren. In der Stadt ist der ganze See für die Öffentlichkeit zugänglich. Und wenn das Wetter stimmt, pulsiert hier das Leben. Alle paar Meter spielt jemand mit der Gitarre oder ein DJ spielt mit Macbook und Verstärker seine Beats ab – wohl gemerkt ohne den Hut herumgehen zu lassen. Auch an den öffentlichen Toiletten in Zürich könnte sich so manches Gasthaus in Österreich ein Beispiel nehmen.

    Mit der Kalbsbratwurst in der Hand am See sitzend, verstehe ich nun auch Einsteins Schwärmerei. Obwohl die Stadt eine Finanzmetropole ist, fehlt es ihr an Hektik. Der See versprüht italienisches Flair und egal ob Bankberater oder Fabrikarbeiter – hier trifft man sich, um nach dem Arbeitstag auszuspannen. Jetzt hätte ich Lust, länger zu bleiben.

    Doch da Hotels in Zürich teuer sind, wartet um 20.40 der Nachtzug nach Graz. Und nach einem gemütlichen Sparziergang zurück zum Bahnhof ziehe ich für mich das Resümee, dass doch Zürich die lebenswerteste Stadt der Welt ist und nicht Wien – egal, was internationale Studien sagen. Um 7:00 Uhr komme ich wieder in Graz an – ein wirklich gelungener "erweiterter" Tagesausflug.

    ROMAN HUBER

    Fakten

    Zürich ist geht auf ein römisches Castel zurück. Damals war hier aber nur eine kleine Siedlung und keine Stadt.

    Im Mittelalter kam es zur Zunftrevolution. Bis zum Einmarsch Napoleons wurde die Stadt von den verschiedenen Handwerkszünften regiert.

    Heute ist Zürich das Zentrum der Deutschschweiz. Die Stadt hat rund 400.000 Einwohner, in der Metropolregion leben allerdings mehr als 1,5 Millionen Menschen.

    Mehr Roman Vilgut

    Mehr aus dem Web

      Wirtschaftsblog

      Roman Huber - Foto: Jürgen Fuchs

      Kommentiert: Trends und News aus Wirtschaft und Hochfinanz.

       




      Seitenübersicht

      Zum Seitenanfang
      Bitte Javascript aktivieren!