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Zuletzt aktualisiert: 17.07.2012 um 19:42 UhrKommentare

Der gute Onkel auf Stützrädern

Seit 1993 klärt "Tom Turbo" mit seinen Kinderdetektiven im ORF die kniffligsten Fälle. Für den Dreh neuer Folgen besuchte das Wunderfahrrad mit den 111 Tricks den Grünen See.

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Quelle © tomturbo_digi120717.jpg | Foto: KLZ Digital Tom Turbo drehte am Grünen See

Die Gegend ist wie gemalt für einen Heimatfilm: unberührte Natur, ein kristallklarer grüner See, dessen Farbe auch für den Namen Pate stand und über dieser lärmfreien Idylle wacht die 1600 Meter hohe Pribitz. Würde plötzlich Hansi Hinterseer "Griaß eich" rufen, niemand wäre überrascht.

Doch die Aufmerksamkeit der anwesenden Spaziergänger und Urlauber rund um dieses Naturjuwel bei Tragöß (Bezirk Bruck/Mur) richtet sich nicht auf jemanden, der "bärig" zu seinem Lieblingsadjektiv zählt, sondern "turbotoll". Es ist Wunderfahrrad "Tom Turbo", das den Grünen See für Dreharbeiten der gleichnamigen ORF-Kinderserie umrundet. Noch bis Mitte August entstehen in fast ganz Österreich neun neue Folgen des von Thomas C. Brezina ersonnenen Erfolgsformates. Die Sonne blieb in der Obersteiermark allerdings Wunschgedanke: "Logistisch und wettermäßig ist das die schwierigste Location", sagt Produktionsleiter Viktor Perdula über das unwegsame Gebiet.

Nur "Tom Turbo" bereitet die Gegend keine Probleme, denn er ist natürlich ein echtes Fahrrad mit 111 Tricks, das selbstverständlich nicht ferngesteuert wird, wie die Verantwortlichen nicht müde werden zu betonen. Authentischer geht es unterdessen auf dem See zu: Niki und Markus, zwei Nachwuchsdetektive, die "Tom Turbo" bei der Aufklärung der kniffligen Fälle helfen, drehen eine Szene im Schlauchboot gerade das sechste Mal. Als sie endlich im Kasten ist, geht es zurück ans Ufer, wo warme Jacken warten - es hat 15 Grad.

Wohlfühlpaket

"Manchmal ist der Dreh schon anstrengend, aber es geht uns sehr gut und mit ,Tom Turbo' zu arbeiten macht viel Spaß", sagt der zwölfjährige Markus. Damit sich die jungen Schauspieler wohlfühlen, stehen ihnen geschulte Kinderbetreuer, ein eigener Trainer und viele Pausen zur Verfügung. Neun Kinderdetektive zwischen neun und zwölf Jahren zählen zum Pool der Darsteller. Jeder dreht für ein Taschengeld ein bis drei Episoden.

Tragöß hat keine touristischen Effekte zu erwarten. Der Name Grüner See wird in der Folge, die 2013 ausgestrahlt wird, nicht genannt, denn Werbung ist in Kindersendungen verboten.

"Tom Turbo" gibt selbst in der Drehpause den guten Onkel: Als er zufällig auf die 16-monatige Mia trifft, macht das Mädchen große Augen, als er mit einer Handvoll seiner 111 Tricks auffährt. In über 500 Folgen hat das Fahrrad mit der Spürnase seit 1993 ebenso viele Fälle gelöst - nächstes Jahr feiert Tom seinen 20. Geburtstag.

Wie weit sein Bekanntheitsgrad reicht, erstaunt dennoch: "Schau, da ist der ,Tom Turbo' aus dem Fernsehen", sagt Pensionistin Hedy zu ihrem Mann, als der magische Drahtesel an ihnen vorüberfährt. Trotzdem: Hansi Hinterseer wäre ihr wohl ein wenig lieber gewesen.

CHRISTOPH STEINER

Barbara Schön





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