Neue Angst vor der Aschewolke geht um
In Island schleudert wieder ein Vulkan Asche in die Luft und legt den Flugverkehr lahm. Anders als 2010 ist vorerst nur der Norden betroffen, doch die Wolke könnte sich im Laufe der kommenden Tage weit nach Süden ausdehnen.

Foto © Reuters20 Kilometer ist die Wasserdampfwolke hoch, bis sieben Kilometer hoch wurde Asche geschleudert
Island macht wieder Schlagzeilen: Gut ein Jahr nach dem Aschewolke-Chaos im europäischen Luftverkehr ist auf der Insel wieder einmal ein Vulkan ausgebrochen. Der Grímsvötn hat eine riesige Wolke mit Rauch und Asche 20 Kilometer hoch in den nordischen Himmel gespuckt. Islands größten Flughafen der Insel legt er lahm.
Grímsvötn ist aktiv
Am Samstag hatte der Grímsvötn zum ersten Mal seit 2004 wieder zu speien begonnen. Der Ausbruch ist laut Experten stärker als vor sieben Jahren. Die Behörden legten eine Flugverbotszone im Umkreis von mehr als 220 Kilometern fest. Nach Angaben des isländischen Wetterdienstes zieht die Wolke vorerst nach Norden. Sie könnte sich aber im Laufe der kommenden Tage weit nach Süden ausdehnen. Die europäische Flugsicherung Eurocontrol erklärte, wenn die Intensität des Vulkans anhalte, könnte die Aschewolke morgen, Dienstag, Schottland erreichen und am Donnerstag Westfrankreich und Nordspanien. Zumindest bis heute Abend sah Eurocontrol keine Gefahr für den europäischen Flugverkehr.
Vor gut einem Jahr hatte der Ausbruch eines Vulkans unter dem Eyjafjalla-Gletscher in Island für ein tagelanges Chaos im europäischen Luftverkehr gesorgt. Damals wurde der Luftraum in vielen Ländern gesperrt. Gerät Vulkanasche in die Flugzeugtriebwerke, können sie beschädigt werden und sogar ausfallen.
Aktivster Vulkan Islands
Zuletzt brach der Grímsvötn 2004 aus und schleuderte eine 13 Kilometer hohe Aschewolke in die Atmosphäre. Der Vulkan ist der aktivste in Island und liegt unter dem größten Gletscher Europas, dem Vatnajökull. Beim letzten Ausbruch mussten Transatlantikflüge umgeleitet werden. Flughäfen wurden damals nicht geschlossen.
Der isländische Wetterdienst erklärte mittlerweile, dass die Intensität des Grímsvötn nachlasse. "Die Aktivität nimmt ab", sagte Sprecherin Bergthora Njala Gudmundsdottir. Langfristige Prognosen gebe es aber nicht.











