Deutschland: Erste Flüge bereits gestartet
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) erlaubte Sonntagnachmittag Flüge von Frankfurt, Berlin, Erfurt, Leipzig, Hahn und Hannover bis zunächst Sonntagabend 20.00 Uhr. TUI startet indes eine einzigartige Rückholaktion gestrandeter Urlauber.

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Das Flugverbot über Deutschland ist am Sonntagnachmittag etwas gelockert worden. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) erlaubte Flüge von Frankfurt, Berlin, Erfurt, Leipzig, Hahn und Hannover bis zunächst Sonntagabend 20.00 Uhr. Am frühen Abend sollte dann über das zunächst auch bis 20.00 Uhr (MESZ) geltende Flugverbot für die anderen überregionalen Flughäfen entschieden werden, sagte Sprecherin Kristina Kelek.
Kritik an den Fluglinien
Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wies unterdessen Kritik am Flugverbot zurück. "Bei allem Verständnis für die Klagen über Umsatz- und Gewinneinbußen. Das Geschrei möchte ich hören, wenn etwas passieren würde", sagte Ramsauer der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe). Fluggesellschaften wie Air Berlin und später auch die Lufthansa hatten kritisiert, dass der Luftraum über Nordwesteuropa nur aufgrund von britischen Computersimulationen zur Staub-Belastung geschlossen wurde und belastbare Daten fehlten.
Die Lufthansa überführte am Wochenende mehrere Maschinen von München nach Frankfurt am Main und flog dabei auch durch die Aschewolke. Gleichwohl sei danach "nicht der kleinste Kratzer" entdeckt worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die Flugverbote werden damit begründet, dass Vulkanasche die Triebwerke von Flugzeugen zum Stillstand bringen können.
Am Montag wollen deutsche Forscher in die Wolke fliegen und erstmals verlässliche Daten für die Bewertung des Flugverbots sammeln, wie ein Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Sonntag bestätigte. Gleichwohl wird das Zeitfenster für mögliche Fluggenehmigungen eng. Wegen drehender Winde könnte die Aschewolke dem Deutschen Wetterdienst zufolge ab Dienstag wieder neuen Nachschub aus Island erhalten.
Tausende Urlauber sitzen fest
Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) konnten am Wochenende rund 150.000 deutsche Pauschalreisende weder nach Hause noch an ihre Ferienziele fliegen. Deutschlands größter Reiseanbieter TUI brachte bis Sonntagmittag rund 1000 Gäste von Ferieninseln auf das europäische Festland, von wo aus sie mit Bussen nach Frankfurt am Main gefahren wurden. Schwerpunkt der Aktion war Mallorca, wo 2800 TUI-Gäste zeitweise festsaßen.
TUI zahlte die Übernachtungskosten gestrandeter Gäste von Freitag bis Montag. Andere Anbieter zahlten Zimmer nur bis Sonntagabend. Danach müssen Reisende für Übernachtungen selbst aufkommen und die Hälfte der Mehrkosten für den Rücktransport bezahlen. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) wies alle deutschen Botschaften an, Reisenden in individuellen Notlagen konsularische Hilfe zu leisten.









