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Zuletzt aktualisiert: 16.04.2010 um 21:57 UhrKommentare

Nur Bus und Bahn brachten Steirer heim

Die einen wollten zurück nach Graz, die anderen Richtung Norden: aussichtslos. So versuchten die gestrandeten Fluggäste ihr Glück mit Umbuchungen, Bus und Bahn.

30 Flüge mussten alleine in Graz wegen der Aschewolke storniert werden

Foto © APA30 Flüge mussten alleine in Graz wegen der Aschewolke storniert werden

Die Fahrt zum Pariser Flughafen Charles de Gaulle trat Monika Kreuzig mit ihren 26 Schützlingen gar nicht erst an. "Wir trafen uns in unserer Pariser Schule und blieben gleich da, denn der Flughafen war mit Wartenden überfüllt", berichtet die Französischlehrerin des Sacre Coeur in Graz.

Kreuzig und die Schüler der 7. Klasse wollten am Freitag einen elftägigen Austausch in Paris beenden, die Sperre des Luftraumes hielt Schüler und Lehrer allerdings in der Stadt an der Seine fest. Erste böse Vorahnungen gab es schon am Donnerstag, Freitag früh erfuhr die steirische Abordnung, dass ihr Heimflug nicht stattfindet. "Das war zuerst eine Aufregung", schildert Kreuzig, "die Eltern zu Hause haben sehr besorgt reagiert."

Freilich kehrte bald Ruhe ein, denn die Klasse war gut aufgehoben. In ihrer Gastschule genoss sie ein Picknick in der Kantine, Kreuzig lotete die Alternativen aus. Die Eisenbahn fiel wegen eines Streikes flach, also blieb als letzte Möglichkeit der Bus. Die Anbieter schraubten kurzerhand ihre Preise in die Höhe. "Auf der Straße stehen wir nicht, unsere Gastfamilien haben uns Quartier angeboten", sagte Kreuzig. Für den späten Nachmittag organisierte die Lehrerin dann doch einen Bus für die Heimreise.

Viele Umwege

Einen Strich durch die Rechnung machte der Vulkan auch den Organisatoren des europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, der je drei Schüler aus allen EU-Ländern nach Brüssel einlud, um an einer simulierten Sitzung teilzunehmen. Die Schüler des Borg Birkfeld mussten dafür am Donnerstag bis zum Abend am Wiener Flughafen ausharren, flogen schließlich nach Frankfurt, um am Freitag im Morgengrauen mit dem Zug nach Brüssel zu reisen.

Das gegenteilige Problem hat eine in Brüssel weilende 17-köpfige Landtagsdelegation unter Führung von Präsident Kurt Flecker: Rückreise aussichtslos. Also charterte man einen Bus und warf sich auf die ebenfalls überfüllte Autobahn. Ankunft voraussichtlich heute gegen fünf Uhr früh. Weniger Glück hat dagegen Landeshauptmannstellvertreter Siegfried Schrittwieser: Er weilt mit einer Delegation in Irland, ohne Flugzeug geht da gar nichts. Die Hotelzimmer wurden um drei Tage verlängert, in Graz zog die SPÖ Anträge für die montägige Regierungssitzung zurück, ohne Schrittwieser hat die SPÖ keine Mehrheit.

Nichts geht mehr, hieß es am Freitag auch am Flughafen Graz. 30 Flüge mussten gestrichen werden. "Ich wollte nach Düsseldorf", ist Christina Prassl verzweifelt, "mein Freund feiert seinen 30er." Nun hofft sie, heute zumindest einen Flug nach Frankfurt zu ergattern. Ebenfalls das Wochenende in Deutschland verbringen wollte Christoph Schmidt. Der Düsseldorfer arbeitet am Koralmtunnelprojekt. Samstag, Sonntag gehören aber der Familie zu Hause. "Für den Zug ist es zu weit. Das sind über 1000 Kilometer", seufzt er. Für die Sperre hat er Verständnis: "Unsere Sicherheit geht vor."

Am Montag wieder an ihrem Arbeitsplatz sein müssen auch Marina Hofmann und Eleonore Hammes aus Bielefeld. Die Frauen waren zum Wandern nach Radkersburg gekommen. "Wenn alle Stricke reißen, müssen wir eben den Zug nehmen." Mindestens 13 Stunden dauert die Fahrt.

Für Alessia und Lian ist die Staubwolke hingegen ein Glücksfall. Bleibt doch Oma Brigitte aus Westerwald deshalb drei Tage länger in Graz. Eine 16-stündige Bahnfahrt würden ihre Bandscheiben nicht mitmachen.


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