New York gedenkt ohne seine Helden
In den USA laufen die Vorbereitungen zum zehnjährigen Gedenken des 9/11-Terrors. Streit gab es über die Redner- und die Gästeliste. Kritisiert wurde vor allem, dass für die einstigen "Helden", die Feuerwehrmänner und Polizisten, kein Platz bei der Feier eingeplant ist.

Foto © APWo einst die Twin-Towers standen, erinnern heute Becken an ihre exakten Umrisse
Es wird ein Tag der Erinnerung an das Grauen, doch es soll auch ein Tag der Hoffnung werden: Die USA werden mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und auf sehr unterschiedliche Weise des grauenhaften Terrors vor zehn Jahren gedenken. Am lautesten werden wohl die Stars und Sternchen des New Yorker Broadway werden, die mit einer Darbietung des Liedes "New York, New York", das in den späten 70er Jahren durch Liza Minnelli und Frank Sinatra weltbekannt wurde, die Menschen ermutigen wollen, an dem Tag gute Taten zu vollbringen. Im Mittelpunkt der Feiern soll der Ort stehen, an dem die Türme des World Trade Centers einstürzten und für die Angehörigen der Opfer eine Welt zusammenbrach: US-Präsident Obama wird am zehnten Jahrestag des Angriffs die 9/11-Gedenkstätte am ehemaligen "Ground Zero" eröffnen.
Dort befindet sich noch immer eine Großbaustelle. Statt zwei sollen hier künftig vier Türme stehen. "One World Trade Center" heißt jener neue Turm, der großteils bereits errichtet und bisher 80 Stockwerke hoch ist; 21 weitere Etagen sollen folgen. New York wird wieder das höchste Gebäude des Landes haben - als eines der Zeichen dafür, dass man sich vom Terror nicht den Mut nehmen ließ. Erhalten blieben als Gedenkstätte die Grundrisse der gestürzten Türme, die "Footprints": Innerhalb derer stürzen Wasserfälle zehn Meter tief hinab, und auf die Brüstung sind die 2981 Namen der Opfer eingraviert. Das zur Gedenkstätte gehörende neue 9/11-Museum wird heuer am 11. September erstmals zugänglich sein, und zwar zunächst für die Familien der Opfer.
Auch Bloomberg hält Rede
Deren Namen werden am Sonntag, wie jedes Jahr seit dem Unglück, im Rahmen einer Gedenkzeremonie laut verlesen werden. Dazu werden stimmungsvolle Gedichte vorgetragen. Über die Rednerliste gab es Streit. Fest steht, dass auch Bürgermeister Michael Bloomberg eine Rede halten. Dass er religiöse Vertreter von den offiziellen Feierlichkeiten ausschloss, sorgte für Unmut. Kritik gab es auch, weil man bei der Planung des Festaktes zwar an die Familien gedacht hatte, für die einstigen "Helden" aber, die Feuerwehrmänner und Polizisten, keinen Platz bei der Feier eingeplant hat.
Obama wird auch die anderen beiden Orte besuchen, an denen der Terror vor zehn Jahren zuschlug: das Pentagon und Shanksville in Pennsylvania. Am Abend wird er bei einem interreligiösen Gebet an die "bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit des amerikanischen Volkes" erinnern und die Notwendigkeit betonen.
Islamverbände wollen den 11. September als nationalen Aktionstag begehen, um das Bild des Islam in der Öffentlichkeit zu verbessern. Muslime in den USA erlebten derzeit eine Welle der Ablehnung, so Verbands-Sprecher Naeem Baig. "Manche befürchten Gewalt gegen ihre Islamischen Zentren. Statt Angst zu haben, ermutigen wir sie nun, die Leute in ihre Gemeindezentren einzuladen."
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LIVE-BERICHT VOM GROUND ZERO
Im ORF wird der zehnte Jahrestag ebenfalls mit zahlreichen Programmschwerpunkten begangen, darunter einer zweistündigen "Zeit im Bild"-Sonderausgabe am 11. September um 14.20 Uhr in ORF 2.
"ZiB"-Anchorwoman Hannelore Veit meldet sich dabei live vom "Ground Zero" und wird per Satellit zugeschaltet, im Studio sitzt Eugen Freund. Die beiden moderierten auch vor zehn Jahren den damaligen Live-Nachrichten-Marathon.













