Extreme Hitze in Kärnten sorgt für mehr Patienten
Ältere Menschen und Kranke erleiden häufiger als sonst einen Kollaps. Mediziner rät: "Mehr trinken und die Sonne meiden." Für die meisten Kärntner ist das Wetter aber ein Grund zur Freude.

Foto © FotoliaBei konstanten Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke hilft viel trinken oder notfalls: Abtauchen!
Die Hitze hat Kärnten fest im Griff. Seit Anfang der Woche klopfen die Tageshöchstwerte an der 35-Grad-Marke an. Es ist, als ob sich der bisher eher wankelmütige Sommer die Kritik zu Herzen genommen hat und jetzt noch einmal zeigt, was er kann. Die meisten Kärntner und wohl alle Urlauber freut's. Wann immer es geht, strömen die Menschen in die Bäder oder stürmen auf die Berge.
Die Hitze hat aber auch Schattenseiten. Vor allem für ältere Menschen und Kranke. "Es gibt eine Häufung von Kollapsen. Wir haben pro Tag 20 bis 30 Patienten mehr als sonst", sagt Michael Moser, Erster Oberarzt der Zentralen Notfallaufnahme im Klinikum Klagenfurt. "Bei älteren Menschen funktionieren die Regulationsmechanismen nicht mehr so gut", erläutert der Arzt. "Junge Körper haben dehnbarere Gefäße und können mehr Blut von der Peripherie zu den zentralen Organen transportieren."
Bei großer Hitze weiten sich die Gefäße, mehr Blut gelangt vom Rumpf in Arme und Beine. Es wird Schweiß abgegeben, durch Verdunstungskälte kühlt das Blut ab und fließt gekühlt zurück. So funktioniert der Körper eines gesunden Menschen.
Bei älteren steigt die Kollapsgefahr. "Wenn dann noch zu wenig getrunken wird, bleibt zu wenig Blutvolumen im Bereich der zentralen Organe", erklärt Moser. "Auch das Gehirn wird zu wenig durchblutet." Schwindel und Übelkeit sind die ersten Warnsignale. Dann empfiehlt es sich, den Kopf abzukühlen, sich hinzulegen und die Füße hochlagern. Und vor allem: Viel trinken!
Vorsicht bei Klimaanlagen
In der Hitze haben Klimaanlagen Hochsaison. "Sie haben aber nicht nur Vorteile", warnt der Notfallmediziner. "Ein zu starker Wechsel von heiß und kalt führt schnell zu Verkühlungen." Moser rät dazu "mit Maß herunterzukühlen" und Zugluft zu meiden.
Trotz allem: Für die meisten ist die Hitze ein Grund zur Freude. Dass es Anpassungsschwierigkeiten gibt, ist normal. Denn wie sagt Moser so schön: "Der klassische Kärntner ist halt kein Nomade in der Serengeti."
Heiße Luft aus der Sahara
Langsam gewöhnt man sich daran: Die Thermometer zeigen fast überall in Kärnten Höchstwerte von über 30 Grad an, in St. Andrä kratzte man wieder an der 35-Grad-Marke. "Die nächsten Tage bleibt es schön", verspricht Paul Rainer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. "Am Samstag kommen Gewitter. Die können lokal heftig ausfallen." Von einer massiven Abkühlung, wie sie nördlich der Alpen droht, bleibt Kärnten verschont. "Sonntag und Montag ist es schön, dann wird es wechselhaft", sagt Rainer. Aber immer noch bei 23 bis 25 Grad."
Features
Lokalaugenschein
Trinken und essen
Bei extremer Hitze ist es enorm wichtig, ausreichend zu trinken. Das gilt vor allem für Kinder und ältere Menschen. Mediziner warnen vor Alkohol. Bei der Ernährung sollte man auf fette Speisen verzichten und stattdessen mehrmals kleinere Portionen leichter, mediterraner Kost zu sich zu nehmen.
Schlafen
Man sollte schon während des Tages Vorsorge treffen, dass das Schlafzimmer nicht brütend heiß ist. Und zwar, indem man es so gut es geht, abdunkelt. "Vor dem Schlafengehen soll man lüften", empfiehlt Oberarzt Michael Moser. Eine Klimaanlage birgt die Gefahr, sich zu verkühlen.
Abkühlen
Eiswürfel und kalte Tücher kann man zur Abkühlung des Kopfes verwenden. Auch kalte Fußbäder haben eine angenehme Wirkung. An eiskalten Duschen scheiden sich die Geister. "Das belastet den Organismus", sagt Oberarzt Michael Moser. "Kühl darf eine Dusche aber schon sein."















