Impfaktion gegen neue Grippe startet
Ab Dienstag starten die Impfaktionen gegen die Schweinegrippe. Die Regierung sorgt auf Rat der WHO zunächst für 300.000 Betroffene vor.

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Man wolle keine Schweinegrippe-Hysterie verbreiten, sagt Clemens Martin Auer, Sektionschef im Gesundheitsministerium. Aber: "Die Situation ist ernst." Derzeit zähle man in Österreich eine Erkrankung pro Tag, die Sterblichkeitsrate entspreche mit einem Promille jener der "normalen" Grippe. Ob sich das ändere, sei aber nicht abschätzbar.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jedenfalls die höchste Pandemiestufe ausgerufen und die nationalen Regierungen zu Impfungen aufgerufen. Dem leiste man Folge, so Auer, ab Dienstag starten die ersten Aktionen. Vor allem medizinischem Personal, Schwangeren und chronisch Kranken werde eine Immunisierung ans Herz gelegt: Die Impfungen finden je nach Bundesland in unterschiedlichen Impfstellen statt (wir berichteten). Das Rote Kreuz bietet für seine Mitarbeiter eigene Aktionen an, der Andrang hält sich noch in Grenzen. Eine Impfpflicht besteht nicht. Auch Gesundheitsminister Alois Stöger verzichtet: Er zählt sich nicht zur Risikogruppe.
Die Regierung hat den Impfstoff "Celvapan" bestellt, vorerst für rund 300.000 Betroffene. Mit der Herstellerfirma Baxter wurde laut Auer eine bedarfsgerechte Lieferung vereinbart. Eine Lehre aus der Vogelgrippe-Pandemie vor vier Jahren: Damals war man auf großen Mengen des Impfstoffs Tamiflu sitzen geblieben.
Meinungen:
Bettina Vollath, Gesundheitslandesrätin: Sich impfen zu lassen, ist für jeden eine höchstpersönliche Entscheidung. Auch ich werde diese Entscheidung für mich persönlich treffen.
Henrike Krenn, Allgemeinmedizinerin und Akupunktur: Ich lasse mich nicht impfen, weil ich mit Komplementärmedizin mein Immunsystem stärke, damit ich nicht krank werde.
Marlies Holzmann, Ordinationsgehilfin: Ich lasse mich impfen, nicht nur weil ich durch meinen Beruf ein höheres Risiko habe, sondern auch, weil ich mich persönlich schützen will.
Moritz Fischer, Rotes Kreuz: Ich bin im Gesundheitsbereich tätig und dort ist die Ansteckungsgefahr größer. Die Impfung ist uns angeboten worden - warum soll ich's dann nicht nützen?
Werner Leodolter, Kages-Vorstand: Ich werde mich höchstwahrscheinlich impfen lassen, weil ich es für wichtig halte, dass das Personal im Gesundheitswesen möglichst gut geschützt ist.
Werner Zenz, Infektiologe am LKH Graz: Durch den Kontakt mit den Patienten setze ich mich täglich einem erhöhten Risiko aus, daher lasse ich mich auf jeden Fall impfen.
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RISIKOGRUPPEN
Impfung. Mitarbeiter im Gesundheits- und Pflegebereich können sich ab Dienstag impfen lassen.
Zweite Aktion ab 9. November.
Zielgruppe: Schwangere, chronisch Kranke (Krebs, Leber- und Nierenleiden,Autoimmunkrankheit).






