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Zuletzt aktualisiert: 30.07.2009 um 21:08 UhrKommentare

Neue Grippe lässt Virus der Angst grassieren

Fast jeder vierte Österreicher will laut Umfrage wegen der Neuen Grippe seine geplante Urlaubsreise überdenken. Infektionsexperten orten übertriebene Angst.

Foto © APA

Neun zusätzliche Fälle von Neuer Grippe gibt es seit Donnerstag in Österreich. Die Patienten steckten sich bei Urlaubsaufenthalten in Spanien, Großbritannien, Frankreich, Bulgarien, Indonesien und in der Schweiz an. Damit ist die Zahl der Infizierten seit Ausbruch der früher als Schweinegrippe bezeichneten Krankheit bundesweit auf 140 angestiegen. Weltweit traten bisher rund 176.000 Fälle auf. Und das scheint den Österreichern zunehmend zu denken zu geben.

Nach einer Umfrage von Oekonsult spielt fast jeder vierte Österreicher (22,2 Prozent) mit dem Gedanken, den geplanten Urlaub aus Angst vor der Grippe über Bord zu werfen. Knapp jeder zweite (46,6 Prozent) zeigt sich zumindest besorgt über die zahlreichen Neuinfektionen in den Urlaubsländern.

Für den österreichischen Infektionsexperten Egon Marth ist diese Angst übertrieben. Grundsätzlich könne die Neue Grippe in ihrer derzeitigen Form einem gesunden Menschen wenig anhaben. "Die Ausnahme sind Schwangere, bei denen das Risiko bei dieser Grippe deutlich höher ist", sagt Marth. Das Risiko, sich anzustecken, sei in den meisten Ländern nicht höher als in Österreich. "Die meisten Infektionsfälle in Europa haben England und Spanien. Wenn man etwa nach Mallorca fährt, sollte man besonders auf die Hygiene achten. Und nur keine Panik bekommen, wenn man doch krank wird: Es gibt gute Möglichkeiten zur Therapie."

Beim Umgang mit dem Gegenmittel Tamiflu rät der Experte zur Vorsicht. "Man sollte es nicht leichtfertig einnehmen, sonst kann es einen kontraproduktiven Effekt haben." Mediziner raten, vorher einen Arzt aufzusuchen.

Dennoch wollen sich fast 14 Prozent der Österreicher präventiv mit Medikamenten eindecken. Fast 22 Prozent setzen auf Schutzmasken. Fast jeder zweite Befragte ist allerdings der Meinung, dass die Pharma-Branche bei der Neuen Grippe bewusst ein Bedrohungsszenario aufbaue, um ein gutes Geschäft zu machen. Allgemeine Panikmache mit der Grippewelle orten gar drei Viertel der Befragten.

Laut Marth besteht die eigentliche Gefahr der bislang harmlosen Neuen Grippe darin, dass das Virus doch noch zu einem gefährlicheren Typ mutieren könnte. "Wenn es das aber bis Herbst nicht getan hat, sollte nichts mehr passieren."

GÜNTER PILCH

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Fragen und Antworten zur Neuen Grippe

 

Das Virus

Die Neue Grippe ist eine akut verlaufende Infektionskrankheit der Atemwege bei Hausschweinen. Diese wird durch porzine Influenzaviren verursacht, die dem Virussubtyp Influenza A angehören. Durch den Kontakt von porzinen und humanen Influenzaviren kann es bei Ausbrüchen von Neue Grippe zur Entstehung neuer antigenetischer Varianten kommen, die für das Tier oder den Menschen pathogene Eigenschaften besitzen.

 




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