Vorbereitung für eventuelle Impfstoffproduktion
Die Vorarbeiten für die Produktion eines Impfstoffes gegen die mexikanische Grippe sind beim Pharmakonzern Baxter bereits angelaufen.

Foto © APSobald die WHO die Alarmstufe auf "6" erhöht, wird ein Impfstoff produziert.
Österreich hat beim Pharmakonzern Baxter aus dessen
Produktion auf der Basis von Zellkulturen in Fermentern in Bohumil in
Tschechien für den Fall einer Influenza-Pandemie mindestens rund 16
Millionen Dosen eines dann herzustellenden Impfstoffs bestellt. Bei
dem Unternehmen sind die Vorarbeiten für diesen Eventualfall bereits
angelaufen. "Gegenwärtig ergreift Baxter alle erforderlichen
Schritte, die für die Vorbereitung einer Impfstoff-Produktion im
großen Maßstab notwendig sind", hieß es bei dem Unternehmen am
Donnerstag gegenüber der APA.
Hürden.
Allerdings gebe es dafür noch einige Hürden zu nehmen. Die
Produktion von Impfstoffen in Zellkulturen ist zwar prinzipiell in
einem ziemlich unbegrenzten Maßstab möglich. Voraussetzung dafür ist
aber, dass das Virus vorhanden ist und in einer Zellkultur auch gut
anwächst. In den Fermentern werden Säugetierzellen infiziert, sie
produzieren dann wieder massenhaft Viren, die man dann abtötet und in
der Vakzine verwendet. In diesem Fall geht es um einen "Saatvirus"
von H1N1-Mexiko.
Noch keine Proben vorhanden.
Doch bis zum Donnerstag war das Virus noch nicht vorhanden. "Zum
gegenwärtigen Zeitpunkt haben ausschließlich das
WHO-Referenzlaborzentrum in den U.S.-Centers for Disease Control and
Prevention (CDC) in Atlanta/Georgia Virusproben für die Distribution
verfügbar. Die CDC gehen davon aus, Unternehmen, darunter auch
Baxter, Proben innerhalb der nächsten Tage zur Verfügung stellen zu
können", hieß es bei dem Unternehmen.
Przedere.
Für den allfälligen Start einer Produktion ist folgendes Prozedere
vorgesehen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhöht den Status
auf der Pandemie-Skala auf den höchsten Wert, 6 und verlangt die
Impfstoffproduktion. Bei Baxter erklärte man dazu: "Hier wird sich
Baxter nach den Gesundheitsbehörden richten."
Impfstoff-Knappheit.
Das Problem: Derzeit werden weltweit - sowohl mit der alten
Hühnerei-Technik als auch in den Zellkulturen - die "normalen"
Influenza-Impfstoffe für den kommenden Winter hergestellt. Nun müsste
man die Produktion abbrechen und die neue Pandemie-Vakzine
produzieren. Wenn sich die Angelegenheit aber wieder beruhigt, stünde
man dann im Herbst ohne ausreichenden saisonalen Impfstoff da. Pro
Jahr sterben allein in Österreich 2.000 bis 4.000 Menschen an der
"normalen" Grippe.






