WHO-Chefin warnte vor heftiger zweiter Grippe-Welle
Die Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, hat vor einer zweiten, heftigeren Welle der Schweinegrippe gewarnt. Knapp 1000 Fälle weltweit, doch Lage sei "unter Kontrolle".

Foto © APZwischen Gelassenheit und Panik
Der derzeitige scheinbare Rückgang der
Sterblichkeitsrate bedeute nicht, dass die Grippewelle zu Ende gehe,
sagte Chan der britischen "Financial Times" vom Montag. "Wir hoffen
zwar, dass das Virus sich totläuft", sagte Chan. Doch könne eine
zweite Schweinegrippe-Welle jederzeit "mit aller Macht" zuschlagen.
Wenn das geschehe, "steht uns ein großer Ausbruch bevor".
"Ich sage jetzt nicht, dass eine Pandemie losbricht", betonte die
WHO-Chefin: "Aber wenn ich etwas versäume, und wir bereiten uns nicht
richtig vor, bin ich gescheitert. Ich treffe lieber zuviel als keine
Vorsorge." Bisher sind 18 Staaten von der Schweinegrippe betroffen,
im am härtesten getroffenen Mexiko starben mindestens 22 Menschen
Todesfälle.
Mexiko hat einen weiteren Anstieg der
Zahlen für Todesfälle und Erkrankungen durch das Schweinegrippevirus
bekanntgegeben. Gesundheitsminister Jose Angel Cordova teilte am
Sonntagabend in Mexiko-Stadt mit, 22 Menschen seien an der Krankheit
gestorben, drei mehr als bisher mitgeteilt. Den bisher letzten
Todesfall habe es am 29. April gegeben. Die Zahl der Erkrankungen sei
auf 568 gestiegen.
Rückgang?
Dennoch zeigte sich Cordova optimistisch, dass die Maßnahmen
seiner Regierung zur Behandlung und Isolierung von
Schweinegrippe-Kranken gegriffen haben. Die Epidemie habe in Mexiko
ihren Höhepunkt zwischen 23. und 28. April gehabt. Die Einschnitte
ins öffentliche Leben hätten einen schlimmeren Ausbruch verhindert.
"Die Entwicklung der Epidemie ist nun in der abnehmenden Phase",
sagte er.
999 Erkrankungen.
Die USA, die bisher den einzigen Todesfall außerhalb Mexikos
bestätigten, meldeten unterdessen 244 bestätigte Erkrankungen an dem
Schweinegrippevirus. Weltweit wurden mindestens 999 Infektionen
gemeldet. In Kanada sprang das Virus erstmals vom Menschen auf das
Schwein zurück; Wissenschaftler befürchten nun eine erneute und
möglicherweise noch gefährlichere Mutation.
Sicherheit.
Frankreich verschärfte unterdessen seine Maßnahmen gegen die
Schweinegrippe: Mexiko-Heimkehrer, die beruflich mit Kindern zu tun
haben, sollen eine Woche nicht zur Arbeit gehen, wie der
Generaldirektor der Gesundheitsbehörde, Didier Houssin, am Sonntag
mitteilte. Eltern von Kindern, die jünger als ein Jahr sind und aus
Mexiko zurückkehren, sollen diese den Angaben zufolge eine Woche lang
von anderen Kindern isolieren. Seit Sonntag werden zudem Passagiere,
die auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle ankommen, in einem
extra Terminal abgefertigt.
Unruhen.
In Ägypten gab es am Sonntag Zusammenstöße, als die Behörden die
von der Regierung angeordnete Schlachtung aller 300.000 Schweine
umsetzen wollten. Rund 1.000 Bewohner eines Elendsviertel in Kairo
blockierten die Zufahrt zu Schweinezuchtbetrieben und warfen Steine
und Flaschen auf die Beamten. Mindestens zwölf Menschen wurden
verletzt, es gab 14 Festnahmen.
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Reportage
Zum Special
Hintergrund
Bestätigt sind in Mexiko bisher 26 Schweinegrippe-Infektionen, darunter sieben Todesfälle. Zuvor hatten die Behörden höhere Zahlen genannt. Außerhalb Mexikos gab es bisher einen Todesfall: Ein 23 Monate altes Kleinkind aus Texas starb an den Folgen der Schweinegrippe.
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Fakten
Von einem Fehlalarm wollte Kekule dennoch nicht sprechen: "Die mexikanischen Behörden hatten wohl wenig Daten zur Verfügung." Das Verhalten von Experten und Behörden hält er für richtig: "Man war einfach vorsichtig."










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