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Zuletzt aktualisiert: 21.12.2010 um 18:13 UhrKommentare

Viele Flughäfen wieder zu

Das Chaos an Airports in Deutschland, England und Frankreich geht weiter. In Wien sind durch den "Schneeball-Effekt" rund 500 Passagiere gestrandet. Fluglinien könnten nun die vom Wetter überforderte Flughäfen klagen.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Flughäfen in Nöten

Foto © APUnd täglich grüßt das Murmeltier: Flughäfen in Nöten

Das Winterwetter hat am Dienstag den Flugverkehr in Europa weiter massiv behindert. Nach anfänglichen Zeichen der Entspannung ging das Chaos an den Flughäfen in Deutschland, England und Frankreich weiter. Auch am Wiener Airport saßen deswegen Hunderte Passagiere fest: Die Maschinen in Schwechat wären startklar, aber die Zieldestinationen durften nicht angeflogen werden. Die EU-Kommission stellte den vom Wetterchaos getroffenen Flughäfen wegen der umfangreichen Störungen die Rute ins Fenster.

Nur 30 Prozent der Flüge hoben ab

Der größte europäische Flughafen London-Heathrow war am Dienstag am vierten Tag in Folge weitgehend lahmgelegt, an den fünf Terminals herrschte Chaos. Nur 30 Prozent der Flüge konnten abgewickelt werden, teilte der Flughafenbetreiber mit. Auch hier steht nur eine der beiden Start- und Landebahnen zur Verfügung. Auf dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle kam es ebenfalls zu zahlreichen Verspätungen.

Der Flughafen Frankfurt musste Dienstag früh wegen neuer Schneefälle gesperrt werden. Am Vormittag konnte der Betrieb zwar wieder aufgenommen werden, zahlreiche Verbindungen zum Beispiel nach London wurden aber gestrichen. Für den Nachmittag wurden weiter erhebliche Behinderungen und Flugausfälle erwartet.

"Schneeball-Effekt" in Wien

Vom "Schneeball-Effekt" wurde auch der Wiener Flughafen getroffen: "Wir müssen Flüge absagen, die startklar wären. Das ist ärgerlich", sagte Michael Braun, Sprecher der AUA ("Austrian"). "Und gerade vor Weihnachten sind die Leute natürlich emotional groß betroffen." Von Sonntag bis Montag habe die AUA rund 1.000 Passagiere in Hotels in Wien und Umgebung unterbringen müssen. Am Montag hatte sich die Situation etwas entspannt, und auch am Dienstag wurden wieder 95 Prozent aller Flüge abgewickelt.

500 in Wien gestrandet

"Aktuell sind etwa 500 Passagiere bei uns 'gestrandet'", so Braun. Die betroffenen Reisenden waren auf dem Weg nach London, Frankfurt, Brüssel und Paris. Sowohl die AUA als auch Niki ("Flyniki") mussten am Dienstag erneut mehrere Flüge gecanceln. Die Airlines reagieren nicht nur mit Hotelunterbringungen und Umbuchungen, die AUA etwa versucht auch, ihre Fluggäste auf alternativen Wegen an ihren Bestimmungsort zu bringen. Das Angebot, mit der Eisenbahn die europäischen Festlandziele zu erreichen, werde sehr gut angenommen. Der Wiener Flughafen selbst berichtete von "etwas erhöhtem" Personenaufkommen. "Dramatische Bilder" wie von anderen Airports gebe es aber nicht.

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas zeigte sich betroffen über das Ausmaß der Absagen und warf den Airports vor, ungenügende Vorbereitungen getroffen zu haben. In den nächsten Tagen wird es nach Angaben von Kommissionssprecherin Helen Kearns zu Verhandlungen der Brüsseler Behörde mit den Flughafenbetreibern kommen. Es sei möglich, dass die Airlines wegen Verlusten durch Flugausfälle Schadenersatz von den Flughäfen verlangen könnten. Allerdings müssten hier noch rechtliche Details geklärt werden.


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