Kohlenmonoxid-Belastung durch Rauchen: Verheerendes Zeugnis für Österreich
Laut einer Vergleichsstudie liege Österreich diesbezüglich auf dem 30. und letzten Rang, Großbritannien schneide am besten ab. Unterschied zwischen Passiv- und aktiven Gelegenheits-Rauchern sei gering, so Mediziner.

Foto © APDas ungesunde "Menü" so mancher Österreicher
Umfassende Rauchverbote an Arbeits- und öffentlichen Plätzen - einschließlich der Gastronomie - führen laut EU-weiten Untersuchungen zu einer deutlichen Abnahme von Kohlenmonoxid (CO) in Atemluft und Blut: Innerhalb von zwei Jahren wurden 223.050 Messungen
bei aktiven und passiven Rauchern durchgeführt und ausgewertet, hieß es am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Während in allen anderen Ländern die CO-Belastung seit 2006 abnahm, habe es in Österreich ein Zunahme gegeben.
Abgenommen. Insgesamt habe die CO-Belastung seit 2006 bei Nichtraucher um 28
Prozent, bei Tabakkonsumenten um sechs Prozent abgenommen, so der Wiener Umwelthygieniker Manfred Neuberger über die EU-weiten Ergebnisse der Messungen im öffentlichen Raum, an Arbeitsplätzen oder auch bei Veranstaltungen. Überdurchschnittlich viele Raucher
beteiligten sich an den freiwilligen Untersuchungen.
Zum Thema
Auf letztem Rang. Zurückzuführen sei das Ergebnis auf Verbote und Einschränkungen, die viele andere Staaten beim Tabakkonsum in den vergangenen Jahren eingeführt hätten, erklärte Neuberger. Auch Maßnahmen wie die Preispolitik, Präventionsprogramme, Werbeverbote und Therapiemöglichkeiten hätten einen Einfluss auf die CO-Konzentration. Laut einer Vergleichsstudie liege Österreich diesbezüglich auf dem 30. und letzten Rang, Großbritannien schneide am besten ab.
Klare Zahlen. Ist das Qualmen in der Öffentlichkeit absolut Tabu, finden sich in
den Lungen von Nichtrauchern 2,5 ppm (Teile pro Millionen Teile) Kohlenmonoxid, so die Studie. Bei der bloßen Einschränkung des Rauchens ist der Wert im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch (5,2 ppm). Zum Vergleich: Die CO-Konzentration in der Außenluft darf per
Gesetz 8.5 ppm nicht überschreiten. Bei Rauchern übersteigt der Gehalt der Atemluft diese Wert um mehr als das Doppelte (17,5 ppm).
Features
Gesetz zu "schwammig"
Weniger Gestank
In Österreich treten mit 1. Jänner 2009 strengere
Nichtraucherschutzbestimmungen in Lokalen in Kraft: Gequalmt werden
darf laut neuem Tabakgesetz nur noch in
bestimmten Ausnahmefällen - in Betrieben mit bis zu 50 Quadratmetern
Fläche oder 80 Quadratmeter großen Gaststätten mit einem Extra-Raum.
Bei einer Größe dazwischen wird im Einzel-
fall entschieden, ob
räum-
liche Trennung möglich ist.












-Anzeigen