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Zuletzt aktualisiert: 17.08.2010 um 17:22 UhrKommentare

Helfer: "Müssen uns auf noch mehr Tote vorbereiten"

Nach der Jahrhundertflut in Pakistan breiten sich unter den Millionen Flüchtlingen Krankheiten aus, Helfer rechnen mit noch mehr Toten. Ein Fünftel von Pakistan steht unter Wasser.

Foto © Reuters

Nach der Jahrhundertflut in Pakistan breiten sich unter den Millionen Flüchtlingen Krankheiten aus, Helfer rechnen mit noch mehr Toten. "Wir müssen uns darauf vorbereiten", sagte der stellvertretende Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Abdullah Assaedi, am Dienstag in Islamabad. Die Fluten hätten ein Fünftel der Gesundheitseinrichtungen im Land zerstört oder beschädigt. Hilfsorganisationen fordern mehr Mittel für Notleidende.

Fünftel von Pakistan steht unter Wasser

In den Fluten starben bereits fast 1.500 Menschen, etwa 20 Millionen sind von der Katastrophe betroffen. Ein Fünftel von Pakistan steht nach UNO-Angaben unter Wasser. Die Behörden riefen am Dienstag zur Evakuierung weiterer Dörfer auf. Betroffen seien 150 Dörfer in der Gegend um die vom Hochwasser bedrohte Stadt Jacobabad, berichtete der Nachrichtensender Geo News am Dienstag.

Die rund 400.000 Einwohner Jacobabads waren bereits Ende vergangener Woche dazu aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Nicht alle wollten dem Aufruf aber folgen. Geo News berichtete, Jacobabad sei vom Hochwasser eingeschlossen und von der Außenwelt abgeschnitten.

Weltbank stellt Kredit zur Verfügung

Die Weltbank stellt der Regierung in Islamabad wegen des Jahrhunderthochwassers einen Hilfskredit von rund 900 Millionen Dollar (700 Mio. Euro) zur Verfügung. Der heftig kritisierte pakistanische Präsident Asif Ali Zardari räumte erstmals Fehler ein. Die Regierung habe schlecht auf die Hochwasserkatastrophe reagiert, sagte Zardari bei einem Treffen mit örtlichen Hilfsorganisationen. "Ja, die Situation hätte besser sein können. Ja, die Absprachen hätten besser laufen können. Ja, alles hätte besser sein können", erklärte der Staatschef. Er hatte zu Beginn der verheerenden Überschwemmung eine Europareise fortgesetzt, statt sich an Ort und Stelle um die Not seiner Landsleute zu kümmern. Sein Ansehen sank daraufhin auf ein Rekordtief.

Der Regionaldirektor des Kinderhilfswerks UNICEF, Daniel Toole, sagte mit Blick auf die drohende Ausbreitung von Krankheiten: "Wir haben nicht Hunderttausende, sondern Millionen Frauen und Kinder, die gefährdet sind." Auch die ohnehin im Land verbreitete Unterernährung werde nun noch zunehmen.


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Diakonie: PSK 23.13.300, BLZ 60.000

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