200-Meter-Lawine auf der Gerlitzen
Ein 200 mal 70 Meter großes Schneebrett löste sich am Sonntag im freien Gelände auf der Südost-Flanke. Einsatzkräfte und Hubschrauber suchten stundenlang nach Verschütteten.

Foto © KLZ/Willi ZoreDie Libelle und auch ein Hubschrauber des ÖAMTC waren am Sonntag im Lawineneinsatz
Die Kombination aus starkem Nordwind, viel Neuschnee und Lawinenwarnstufe vier dürfte am Sonntag Mitschuld für das große Schneebrett auf der Gerlitzen gewesen sein. Am Vormittag ging auf dem beliebten Skiberg bei Villach eine 200 mal 70 Meter große Lawine in Richtung Finsterbachlift ab und kam schließlich knapp oberhalb der präparierten Piste zum Stillstand. Auch ein Skifahrer war in den Kegel geraten. Er verlor seine Bretter, konnte sich aber zum Glück rasch selbst befreien.
Um sicher zu gehen, dass keine weitere Personen verschüttet sind, standen danach 52 Bergretter aus ganz Kärnten, zehn Alpinpolizisten, vier Suchhundeteams und zwei Hubschrauber den ganzen Nachmittag im Einsatz. Ein Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes war ebenfalls vor Ort. "Die Sondierung gestaltete sich durch die Kälte und die enorme Windverfrachtung sehr schwierig", berichtet Einsatzleiter Günther Pischelsberger. Die Helfer sondierten Schulter an Schulter im Raster den gesamten Lawinenkegel, unterstützt von Rettungshunden. Zum Glück konnte um 17 Uhr schließlich Entwarnung gegeben werden: Es gab keine Verschütteten.
Der Auslöser für das Schneebrett ist noch nicht restlos geklärt. Das ungesicherte Gelände umfasst eine Gesamtfläche von zehn Hektar und ist bei Tiefschnee-Spezialisten sehr beliebt. "Dennoch ist gerade bei Lawinenwarnstufe vier eine Selbstauslösung durchaus möglich", sagt Pischelsberger.
"Das hat es bei uns noch nie gegeben und Gott sei Dank ist alles glimpflich ausgegangen", war Hans Hopfgartner, Geschäftsführer der Gerlitzen-Kanzelbahn, erleichtert. Der Hang sei außerhalb des gesicherten Gebietes, die darunter angrenzende, präparierte Piste ließ er am Sonntag vorsorglich sperren. "Es war ein sehr gut besuchter Schitag. Wir hatten ja 30 Zentimeter Neuschnee und Nordwind. Aber möglicherweise hat genau dieser eine Wechte am Hangbeginn aufgetürmt, die dann abgerutscht ist."













