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Zuletzt aktualisiert: 04.04.2011 um 18:13 UhrKommentare

Schon im Sommer könnte BP wieder in der Tiefsee bohren

"Die Gerüchte, dass es eine Einigung mit BP gibt, sind absolut nicht wahr", sagte US-Innenminister Salazar in Washington. Er schloss jedoch nicht aus, dass BP seine Operationen in dem Gewässer im Sommer wieder aufnehmen könnte.

Foto © Reuters

Die US-Regierung hat Medienberichte bestritten, nach denen der britische Konzern BP rund ein Jahr nach der Ölpest neue Genehmigungen für Bohrungen im Golf von Mexiko erhalten hat.

"Die Gerüchte, dass es eine Einigung mit BP gibt, sind absolut nicht wahr", sagte Innenminister Ken Salazar am Montag in Washington. Er schloss jedoch nicht aus, dass BP seine Operationen in dem Gewässer im Sommer wieder aufnehmen könnte. Dafür müsse der Konzern jedoch wie alle anderen auch zunächst ein strenges Prüfverfahren durchlaufen.

Umweltsünder zurück?

Die britischen Zeitungen "Financial Times" und "Sunday Times" hatten am Wochenende übereinstimmend gemeldet, das Unternehmen habe von den amerikanischen Behörden die Erlaubnis erhalten, seine Plattformen im Golf von Mexiko ab Juli wieder in Betrieb nehmen zu können. Im Gegenzug habe sich das für die schlimmste Ölpest der US-Geschichte mitverantwortliche Unternehmen verpflichtet, den Behörden Zugang zu den Bohrinseln zu gewähren und seine Notfallpläne zu verbessern.

"Es gibt keinen Deal. Es gibt keine Gespräche", sagte die Sprecherin der für die Ölbranche zuständigen Aufsichtsbehörde, Lisa Schwartz, laut einer Mitteilung. Alle Anträge würden einzig anhand der eingereichten Unterlagen entschieden. "Wir haben bisher keine Genehmigungen für BP ausgestellt", so Schwartz.

Zehn Plattformen

BP ist der größte Lizenznehmer für Tiefsee-Ölfelder im Golf von Mexiko. Auf seinen acht Feldern hier werden mehr als 400.000 Barrel täglich produziert, berichtete die "Washington Post" am Montag. Der Zeitung zufolge versucht BP, im Sommer Bohrungen von zehn existierenden Plattformen aus in den aktiven Feldern zu starten.

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hatte BP in eine schwere Krise gestürzt. Die Kosten für das Öl-Desaster im Golf von Mexiko bezifferten die Briten insgesamt auf knapp 41 Milliarden Dollar (28,8 Mrd. Euro). Das Geschäftsjahr 2010 endete für das Unternehmen unterm Strich mit einem Minus von 4,9 Milliarden Dollar (3,44 Mrd. Euro).


Fakten

Nach der Explosion der BP-Plattform hatte es volle 87 Tage gedauert, bis der Ölfluss ins Meer gestoppt werden konnte. In der Zeit flossen laut einer im vergangenen September veröffentlichten wissenschaftlichen Studie knapp 700 Millionen Liter Öl ins Wasser.

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