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Zuletzt aktualisiert: 27.07.2010 um 11:15 UhrKommentare

Tony Hayward - Symbolfigur der Ölkatastrophe

Vom bewunderten Topmanager zum meistgehassten Mann Amerikas

Foto © Reuters

So kann es gehen: Eben noch bewunderter Topmanager mit weltweitem Einfluss, jetzt meistgehasster Mann Amerikas. BP-Chef Tony Hayward (53) ist daran gescheitert, dass er während der Ölkatastrophe etwas machen musste, wofür der studierte Geologe - wie die meisten Wirtschaftsbosse - nicht professionell ausgebildet worden ist: über die Medien kommunizieren. Nach Dauerkritik an seiner Führung tritt er zurück. Am 1. Oktober übergibt der Engländer das Zepter des Londoner Konzerns an den Amerikaner Robert Dudley.

In einer so aufgeladenen Atmosphäre wie der während der Ölpest kann ein einzelner herausgerutschter Satz fatal sein. Bei Hayward war es die Bemerkung, er wolle sein früheres Leben zurück. Er meinte damit: "Auch ich wünschte doch, das alles wäre nie geschehen." Aber es kam rüber wie: "Ich wüsste auch was Besseres mit meiner Zeit anzufangen." Als er dann auch noch Segeln ging - und zwar dort, wo das Wasser noch schön sauber ist - lagen seine Sympathiewerte in den USA nur noch wenig über denen des einstigen irakischen Diktators Saddam Hussein.

Dabei war für Hayward bis zur Explosion der Bohrinsel alles bestens gelaufen. Die Aktionäre dankten ihm, dass er die Politik seines schillernden Vorgängers Lord Browne korrigiert hatte. Browne hatte große Summen in die Förderung alternativer Energien gesteckt. Hayward dagegen gab die Parole "Jeder Dollar zählt" aus und merkte an, bei BP seien "zu viele Leute damit beschäftigt, die Welt zu retten".

Nun glauben Kritiker, dass dieser Sparkurs mitverantwortlich für die Ölkatastrophe gewesen sein könnte. Der Vorwurf trifft Hayward mit Sicherheit schwer. Der Konzern war sein Leben, er hatte sich dort hochgeackert. Jetzt muss er damit klar kommen, dass er die schwerste Krise des Unternehmens nach Ansicht vieler noch deutlich verschlimmert hat.

Ein fader Beigeschmack bleibt, denn Hayward fällt weich. Der Manager bleibt im Konzern, bis Ende November ist er noch Mitglied des Vorstands. Dann soll er in den Aufsichtsrat des russisch-britischen Joint-Ventures TNK-BP wechseln. Finanzielle Sorgen braucht sich Hayward bei einer Jahresrente von 600.000 Pfund (719.209 Euro) ohnehin nicht zu machen.

Christoph Driessen/dpa

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