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Zuletzt aktualisiert: 22.07.2010 um 09:57 UhrKommentare

BP muss Entlastungsbohrung einstellen

Die Arbeiten an den Entlastungsbohrungen seien ausgesetzt und der Bohrschacht verschlossen worden, um es zu schützen, sagte BP-Vizepräsident Kent Wells am Mittwoch. Grund: Ein aufziehender Tropensturm.

Symbolbild

Foto © APSymbolbild

Der Ölkonzern BP hat wegen eines aufziehenden Sturms vorübergehend eine Entlastungsbohrung im Golf von Mexiko gestoppt. Bereits Ende Juni hatte der Tropensturm "Alex" die Helfer gezwungen, ihre Arbeit zu unterbrechen. Das Unwetter zog dann aber über die mexikanische Halbinsel Yucatan und weiter nach Westen.

Nach der provisorischen Abdichtung des Bohrlochs im Golf von Mexiko treibt der BP-Konzern inzwischen ein neues Manöver zur endgültigen Versiegelung voran. Bei der "Static Kill" genannten Aktion soll schwerer Schlamm durch die Ventile des Abdeckzylinders gepumpt werden, der seit vergangenem Donnerstag das Loch verschließt. Die Operation werde bereits vorbereitet, sagte BP-Manager Kent Wells am Dienstagabend (Ortszeit). Ob tatsächlich ein Anlauf unternommen werde, müsse aber die Einsatzleitung der Regierung entscheiden. Er rechne am Donnerstag mit einer Entscheidung.

Mit einer solchen Operation könnte die Quelle schon früher dauerhaft geschlossen werden als geplant. Bisher sieht der Zeitplan vor, dass sie zwischen Ende Juli und Mitte August über Entlastungsbohrungen zum Ursprung der Quelle rund vier Kilometer unter dem Meeresboden versiegelt wird. Durch diese Bohrlöcher soll ebenfalls Schlamm und Zement in die Quelle geleitet werden - allerdings von unten. Wells äußerte sich zuversichtlich über die Fortschritte. Die Bohrung sei "genau dort, wo wir sie haben wollen".

Einsatzleiter Thad Allen hatte angeordnet, dass die provisorische Kappe noch bis mindestens Mittwoch die Quelle verschließen solle. Alle 24 Stunden wird neu entschieden, ob der Auffangzylinder auf dem Bohrloch bleibt. Hintergrund sind Bedenken, dass die kilometerlange Steigleitung im Meeresboden den Druck der gestauten Ölmassen nicht aushält und sich das Öl einen anderen Weg an die Oberfläche sucht.

Kleinere Lecks

Nach den Worten Allens wurden bisher im direkten Umfeld des Bohrlochs fünf kleinere Lecks entdeckt. "Wir glauben nicht, dass dadurch Konsequenzen zu befürchten sind", sagte er. Das Öl tröpfele "vergleichbar mit einem Leck am Auto" aus dem ramponierten Sicherheitsventil und dem Auffangzylinder. Überdies seien einige "Anomalien" in der Umgebung entdeckt worden. Bei der auffälligsten - drei Kilometer von der Problemquelle entfernt - handele es sich um ein nicht mehr benutztes Bohrloch.

BP passierte unterdessen eine peinliche PR-Panne: Der Konzern veröffentlichte US-Medienberichten zufolge ein verändertes Foto seines Kontrollraums - möglicherweise um es geschäftiger wirken zu lassen. In drei von zehn zu sehenden Videoschirme wurden Bilder kopiert, die auf dem Originalfoto nicht zu sehen seien, berichtete John Aravosis auf "Americablog.com". Per E-Mail teilte BP-Sprecher Scott Dean der "Washington Post" mit, hinter den Änderungen stünden keine dunklen Machenschaften.

 "Normalerweise benutzen wir (die Fotobearbeitungs-Software) Photoshop für typische Zwecke wie Farbkorrekturen und für Ausschnitte", hieß es in der Mail. "In diesem Fall haben sie Bilder von Unterwasser-Robotern kopiert und in das Originalbild mit Bildschirmen eingefügt, auf denen zu diesem Zeitpunkt keine Videoaufnahmen liefen." Inzwischen sei auf der Unternehmens-Webseite wieder das Originalfoto zu sehen. Das Team für die Fotobearbeitung sei angewiesen worden, solche Änderungen künftig zu unterlassen.


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