Neues Leck nahe des Bohrlochs entdeckt
Im Kampf gegen die Ölpest vor der US-Küste gibt es offenbar neue Probleme. Die US-Regierung hat in der Nähe des Bohrlochs ein weiteres Leck gefunden. Ein Rückschlag für BP - der Konzern konnte vor drei Tagen das Austreten von Öl stoppen.

Foto © APÖl verschmutzt beinahe die gesamte US-Küste im Golf von Mexiko
Im Golf von Mexiko tritt in der Nähe des verschlossenen Bohrlochs wohl weiter Erdöl aus dem Meeresboden. Das gab die US-Regierung am Sonntagabend (Ortszeit) bekannt. Admiral Thad Allen, Einsatzleiter der Regierung, wies BP in einem Schreiben an, den Meeresboden gründlich zu beobachten und über mögliche weitere Sickerstellen binnen "nicht mehr als vier Stunden" zu berichten.
Wie viel Rohöl ins Meer fließt, war zunächst nicht bekannt. Der Austritt könnte bedeuten, dass die Steigleitung im Meeresboden dem Druck des gestoppten Öls nicht standhielt und beschädigt wurde. Ein BP-Sprecher sagte dem US-Sender CNN zufolge am späten Abend, er wisse nichts von einer Sickerstelle.
Kleiner Erfolg
Kurz zuvor hatte der Konzern entscheidende Erfolge gemeldet: Seit gut drei Tagen fließe kein Öl mehr aus dem Bohrloch, der neue meterhohe Zylinder habe das Leck geschlossen. Es war der erste entscheidende Fortschritt nach immer neuen Fehlschlägen seit Beginn der Ölkatastrophe vor drei Monaten.
Vermutlich könne die "Kappe" die Öffnung unter Verschluss halten, bis Anfang August das Leck tief im Meeresboden endgültig mit Schlamm und Zement versiegelt wird, gab sich BP-Manager Doug Suttles vorsichtig optimistisch. Entsprechende Tests verliefen ermutigend. Die Anzeigen offenbarten allerdings geringere Druckwerte im System als erwartet - was am allmählichen Versiegen der Quelle oder aber am Austritt von Öl an anderer Stelle liegen könnte.
Hat sich das Öl wegen des immensen Drucks in dem Stahlrohr tatsächlich neue Wege ins Meer gesucht, müssten die Ventile der Kappe wohl doch wieder geöffnet werden. Das ausströmende Öl werde dann wie zuvor auf Tanker abgepumpt, erklärte Suttles. Auch dafür solle der Regierung ein detaillierter Plan vorgelegt werden, forderte Allen in seinem Schreiben.
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Die BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" war im April nach einer Explosion gesunken. Bisher strömten Schätzungen der Internationalen Energieagentur zufolge zwischen 2,3 und 4,5 Millionen Barrel Öl ins Meer. Das entspricht zwischen der 58- und 112-fachen Menge, die 1989 bei der Ölkatastrophe der Exxon Valdez in Alaska ausgelaufen war.











